Niemals nur vom tschechischen Markt abhängig sein

Er hat einen Mittelschulabschluss und ist begeisterter Unternehmer, der auch gerne mal alles auf eine Karte setzt. Bisher konnte er – wie es aussieht – einen großen Bogen um den Misserfolg machen. Michal Navrátil (34 Jahre) kommt ursprünglich aus der „digital economy“. Vor fast vier Jahren ist er dann mit Haut und Haaren ins Handwerk eingestiegen. Im Interview mit der Plus erklärt Michal Navrátil auch, wie man einen kleinen tschechischen Tischlerbetrieb aus der Beinahe-Insolvenz auf internationale Märkte führt.

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Phoenix aus der Asche – tschechischer Mittelstand, quo vadis?

Der Mittelstand hat seit der Samtenen Revolution größere Veränderungen durchgemacht als die großen Unternehmen. Die internationalen Firmen und die ursprünglichen tschechischen Konzerne konnten auf einem mehr oder weniger starken Fundament aufbauen – wie etwa eine renommierte Marke oder bestehende Kundenbeziehungen. Die kleinen Firmen begannen bei null, ohne Rückhalt, Erfahrung und Kapital. Wir waren ausgestattet mit dem Willen und der Naivität der damaligen Zeit, die Welt zu verändern. So begannen wir, ein Gewerbe aufzubauen, ohne zu ahnen, was Unternehmertum eigentlich bedeutet.

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Science-Fiction in der Unternehmenskommunikation – Software lernt in x-beliebigen Sprachen Gedanken zu lesen

Der Super-Gau in der Unternehmenskommunikation: Die Abteilung geht in einem Meer von Kunden-SMS und –Mails unter und reagiert nicht mehr. Ein Startup aus Pilsen hat nun einen speziellen Algorithmus entwickelt, der aus zigtausenden Texten in allen möglichen Sprachen blitzschnell das Wesentliche ermittelt und ordnet. SentiSquare und sein Big-Data-Tool nutzen bereits Banken, Telekommunikationsanbieter und Autokonzerne.

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Rückgrat des böhmischen Wirtschaftswunders

„Small is beautiful“ – der berühmte Buchtitel des Ökonomen Ernst Friedrich Schumacher könnte auch gut auf Tschechien passen. Ähnlich wie Deutschland ist es ein klassisches Mittelstandsland; 99,8 Prozent aller Unternehmen fallen unter die EU-Definition für kleine und mittelständische Betriebe (KMU). Für 2016 ermittelte Eurostat eine Millionen KMU, die große Mehrheit davon waren Ich-AGs und Kleinstbetriebe mit maximal neun Mitarbeitern. Bei wichtigen Indikatoren wie dem Anteil an der Gesamtwertschöpfung (55 Prozent) und an der Gesamtbeschäftigung (67 Prozent) erzielen Tschechiens KMU ähnliche Werte wie der Durchschnitt der 28 EU-Länder.

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Chef gesucht

Auf den ersten Blick scheint alles normal: Die eine Generation baut eine Firma auf, und wenn die Zeit kommt, übergibt sie das Unternehmen an die folgende Generation. Die Wirklichkeit sieht oft anders aus. Viele tschechische Familienunternehmen stehen vor einer schwierigen Phase, für die sie kaum Vorbilder haben.

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