Health goes digital

Das Gesundheitswesen tut sich schwer mit der Digitalisierung. In dieser Branche gibt es jedoch eine Vielzahl von Bereichen, in denen die digitalen Lösungen deutliche Verbesserungen bringen können, sowohl für Patienten als auch Ärzte. Dank moderner Technologien kann die Pflege effektiver gestaltet und individuell zugeschnitten werden, Papierkram und Kosten werden eingespart. Andererseits gibt es große Bedenken seitens der Bevölkerung in Sachen Datenschutz. Sichere IT-Lösungen sind dafür eine Grundvoraussetzung, die es erst zu schaffen gilt. Auf welchem Stand ist eHealth in Tschechien und Deutschland und welche Visionen gibt es für die Zukunft?

DEUTSCHLAND

Was ist bereits umgesetzt, genehmigt oder sicher geplant?

Die größte Veränderung war vor zwei Jahren das sog. e-Health-Gesetz, das einen konkreten Plan für die Einführung der digitalen Infrastruktur im Gesundheitswesen enthält. Es legitimiert zum Beispiel Telemedizin und ermöglicht auch eine elektronische Patientenakte. Seit Anfang dieses Jahres sind jene Ärzte finanziell begünstigt, die ihre Arztberichte elektronisch übersenden. Die öffentliche Diskussion wird im großen Maße von der Angst vor Risiken beherrscht, die mit der Digitalisierung zusammenhängen, vor allem was den Schutz persönlicher, höchst sensibler Daten betrifft.

Was kommt in der Zukunft?

Ab Mitte des nächsten Jahres sollten Ärzte und Krankenhäuser an eine umfassende Telematik-Infrastruktur angebunden sein. Dank dessen soll die Kommunikation erleichtert und die Patientenpflege effizienter gestaltet werden. Teil der Pläne ist auch eine elektronische Gesundheitskarte für Patienten. In Zukunft werden die Menschen dadurch eine zusätzliche Möglichkeit haben, ihre persönlichen Gesundheitsdaten – beispielsweise ermittelt durch intelligente Armbänder – in ihre Patientenakte selbst hochzuladen. Die Gesundheitskarte soll Notfalldaten enthalten, die Leben retten könnten. Etwa dadurch, dass die Verabreichung falscher Medikamente verhindert wird. Elektronische Rezepte sind ebenfalls geplant. Ihre Einführung wurde jedoch verschoben, und man rechnet damit frühestens ab 2019.

TSCHECHIEN

Was ist bereits umgesetzt, genehmigt oder geplant?

Ein wegweisendes Dokument im Bereich von e-Health ist die Nationale e-Health-Strategie, die vor einem Jahr von der Regierung verabschiedet wurde. Der größte Schritt dieser Strategie ist die Einführung von elektronischen Rezepten, die für die Ärzte ab Anfang 2018 verpflichtend sein sollte. Die Tschechische Ärztekammer ist jedoch dagegen. Sie will, dass die neue Abgeordnetenkammer die Einführung verschiebt. In der Praxis von e-Health funktioniert bis dato nur eine kleinere, aber sehr effektive Lösung: eine App (záchranka), die den Notdienst rufen kann. Sie lokalisiert den Anrufer präzise und hat bereits Tausenden von Menschen das Leben gerettet.

Was passiert in der Zukunft?

In den nächsten Jahren soll den eRezepten der Austausch von medizinischen Daten zwischen den Ärzten folgen. So werden auch eine unnötige Wiederholung von Untersuchungen oder eine Verabreichung ungeeigneter Medikamente vermieden. Zu den weiteren Plänen des Gesundheitsministeriums gehören die Vorantreibung der Telemedizin und der Online-Information für Patienten. Zuerst muss aber das IT-System für den Austausch sensibler Patientendaten gerüstet sein.

Autorin: Pavla Francová

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