Markteinstieg: Wie grenzenlos ist eCommerce?

Beim Online Handel verlieren Grenzen an Bedeutung. So heißt es. Der Realität entspricht es jedoch nicht. Denn Erfolg stellt sich auch im grenzenlosen eCommerce erst ein, wenn Sprache, Lokalisierung und Anpassung an lokale Shopping-Gewohnheiten treffsicher umgesetzt werden.

Es besteht durchaus eine Korrelation zwischen lokalisierten Webseiten oder Shops auf der einen Seite und Erfolg auf der anderen Seite. Lokalisierung heißt, die Sprache nicht nur zu kennen, sondern ihre Nuancen zu verstehen. Es ist entscheidend zu wissen, welche Wörter gebräuchlicher in einem bestimmten Teil Deutschlands sind oder allgemein, welche Begriffe im (eCommerce) Kontext üblich sind.

Eine einfache, aber essenzielle Frage sollte sich jeder Shop-Besitzer stellen: Wie kauft meine Zielgruppe online? Der deutsche Kunde ist im Vergleich zum tschechischen sehr verwöhnt und dementsprechend anspruchsvoll. Denn Giganten wie Zalando, Otto und Amazon setzten hohe Maßstäbe. Geringe bis keine Kosten für Versand und Retouren, zum Beispiel, sind nicht nur gern gesehen, sondern zählen schon fast zum Standard. Außerdem präferiert der deutsche Shopper andere Zahlungsmethoden als die Nachbarn in Tschechien.

Auch Vertrauen spielt eine Schlüsselrolle. Nicht nur unbekannte Shops müssen dem Käufer ab der ersten Sekunde zeigen, dass sie zuverlässig wie auch vertrauenswürdig sind und bestimmte Standards erfüllen. Das funktioniert über Online-Shop-Gütesiegel, Kundenbewertungen und weitere Trust Signals. Gibt es keine vertrauensstiftenden Elemente, dann sinkt die Kaufwahrscheinlichkeit und am Ende bleibt oft nur ein günstiger Preis, um den Käufer zu überzeugen. Und das ist heikel, denn das günstigste Angebot hat in Deutschland leider meist Amazon.

Autorin: Thea Windisch, online marketing specialist, eVisions Advertising

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