Was bedeutet es für mich?

Wir fragen dieses Mal: Was bedeutet für mich Unternehmensverantwortung?

Rainer Schumacher, Managing Director xITee k.s.: 

Ich verbinde mit Verantwortung vielmehr die Herausforderung, mit Unsicherheiten in der Zukunft umzugehen. Verantwortung bedeutet Unsicherheiten zu erkennen, diese einschätzen zu können und daraus die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen. Dies dürfte ein Grund sein, weshalb in großen Unternehmen viel in Managementinformationssysteme investiert wird. Allerdings bilden die meisten dieser Systeme ausschließlich die Vergangenheit ab. Unsicherheiten in der Zukunft bleiben bestehen! Alle Unternehmen befinden sich heute in einem Überlebenskampf. Sie werden von immer intelligenterer Technologie einerseits und dem demografischen Wandel andererseits in die Zange genommen. Mit diesen Unsicherheiten umzugehen wird immer schwieriger. Deshalb bedeutet Unternehmensverantwortung für mich, mutig zu sein und die Fähigkeit, nach einem gescheiterten Versuch weiterzumachen.

Libor Galatík, Direktor Murtfeldt Plasty: 

Verantwortung ist für mich ein wichtiger Teil des Miteinanders. Dabei ist die Unternehmensführung gegenüber Angestellten ebenso verantwortlich wie gegenüber den Kunden, den Lieferanten und der Umwelt. Eine erfolgreiche Firma kann man nicht aufbauen, ohne eine verantwortungsvolle Zusammenarbeit, den gegenseitigen Respekt und das Vertrauen der einzelnen Mitarbeiter zu fördern. So können sie die bestmögliche Leistung abrufen und zu einer erfolgreichen Entwicklung beitragen. Allerdings darf man die Verantwortung der Unternehmensführung nicht als eine Liste von Vorschriften, Slogans oder Gedanken und Erklärungen begreifen, die auf Webseiten und in Leitfäden veröffentlicht werden. Für mich ist Verantwortung eine Charaktereigenschaft von Management und  Führungspersonen, die in alle Firmenbereiche hineinwirkt und sich in verantwortungsvollem Handeln aller Angestellten äußert.

Tomáš B. Andrejsek, Managing Partner ELAN Interior:

Mein gesamtes Berufsleben habe ich in deutschen oder österreichischen Familienunternehmen gearbeitet. Wir haben die Firma Bene Prag übernommen und zu ELAN Interior umgestaltet. Zentral war für mich, die Firma zu einem verantwortungsbewussten Unternehmen zu machen – im bestmöglichen Sinne meiner eigenen Erfahrungen. Eine verantwortungsvolle Firma sollte nicht nur an Profit denken, sondern auch ihr Umfeld und ihren Markt entwickeln und fördern. Sie sollte heute schon an morgen denken, auf nachhaltige Technologien setzen, Ausbildung fördern und sich aktiv für die Gesellschaft einsetzen. Aus diesen Gründen organisieren wir Seminare zu Themen wie Trends am Arbeitsplatz, Ergonomie oder gesundes Arbeitsumfeld in Unternehmen. Wir engagieren uns im Tschechischen Rat für energieeffiziente Gebäude, der in einer nachhaltigen Entwicklung einen der wichtigsten Programmpunkte sieht.

Oleg Spružina, Generaldirektor TÜV SÜD Czech:

Man muss sich klarmachen, dass es uns in der Geschichte noch nie so gut ging wie heute. Unternehmen haben nicht nur den Profit im Blick, sondern auch die Lebensqualität der Menschen in ihrem unmittelbaren Umfeld: Kunden, Mitarbeiter und die breite Öffentlichkeit. Die Frage ist, was Unternehmen zur Verbesserung der Lebensqualität tun können. Manchmal geht es um Kleinigkeiten: sich um die Umwelt kümmern, recyceln, den Schwächeren helfen oder die Mitarbeiter ermutigen, sich bei gemeinnützigen Aktivitäten zu engagieren. Dabei muss die Geschäftsführung Verantwortung vorleben. Falls dies gelingt, sind der Lohn allgemeine Zufriedenheit sowie Freude an gemeinsam vollbrachter Arbeit, die zugleich ein Weg ist, der Gesellschaft Nutzen zu bringen. Eine verantwortungsbewusste Firma von heute weiß, dass man auch auf ethische, nachhaltige und sinnvolle Art Geld verdienen kann.

Andrea Duka:

Für mich bedeutet es, dass die Bereiche der ökonomischen, legalen und ethischen Verantwortung im Kerngeschäft gut integriert sind. So ein Unternehmen arbeitet mindestens kostendeckend und wird im Einklang mit den Gesetzen geführt. Wenn es möglich ist, sollten die moralischen Aspekte wie Aufbau sozialer Kompetenz eigener Mitarbeiter sowie ökologische Nachhaltigkeit im Geschäftsmodell verankert sein. Das Letztere wird nur dann legitim, wenn es tatsächlich und ehrlich verfolgt wird, ansonsten sprechen wir von Greenwashing. 

Michael Axmann, CFO Siemens, s.r.o.:

Wir haben uns das Ziel gesetzt, ein Siemens von morgen zu erschaffen, das stärker ist als das Siemens von heute. Die Eigentümerkultur zu stärken ist daher eine unserer Prioritäten. Denn nur mit dem Fundament einer starken Unternehmenskultur werden wir in der Lage sein, besser auf die Herausforderungen von heute zu reagieren und die von morgen zu antizipieren. Wir sind bestrebt, unsere Mitarbeiter zu motivieren und zu befähigen, in ihren jeweiligen Rollen Verantwortung zu übernehmen. Wir müssen weiterhin die besten Kräfte für uns gewinnen, fördern und an unser Unternehmen binden. Gemeinsam können wir ein Unternehmen schaffen, das auf Ingenieurskunst sowie nachhaltigem und profitablem Wachstum aufbaut und einen umfassenden Beitrag zur Gesellschaft und für zukünftige Generationen leistet.

Arthur Braun, Rechtsanwalt, Managing Partner, bpv BRAUN PARTNERS:

Wie das Wort sagt – Verantwortung für den gesamten Organismus unserer Firma – zunächst für Mitarbeiter und Gesellschafter, damit sie ein gutes Arbeitsumfeld vorfinden. Genauso für unsere Mandanten, die wir ehrlich und qualifiziert beraten wollen. Nicht zuletzt für unsere Geschäftspartner, mit denen wir lange zusammenarbeiten. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass unverantwortliches Verhalten in diesem Mikrokosmos meist kurzfristig bestraft wird. Wir leben aber nicht in einem Vakuum, sondern in einer komplex strukturierten Gesellschaft und auf einer Erde mit 7 Milliarden Bewohnern. Gerade als erfolgreiche Anwälte sollten wir auch innerhalb dieser Beziehungen ein faires Miteinander unterstützen. Oft zeigt sich aber da erst nach vielen Jahren, ob jemand seiner Verantwortung gerecht wird.

Florian Krallus, Chief Executive Officer, Czech Republic and Slovakia, BNP Paribas:

In einer wirtschaftlich erfolgreichen Zeit ist es die Verantwortung der Manager, sich nicht mit der Optimierung des Status Quo zu beschäftigen, sondern aktiv die Zukunft zu gestalten. Unsere heutigen Werte werden auch in Zukunft zählen, aber die Arbeitsmethoden, Prozesse, Unternehmensstrukturen können nicht mehr, so wie sie es heute tun, auf den Grundlagen der 90er Jahre basieren. Wir schaffen heute die Welt, die in 10 Jahren das Arbeitsumfeld der heutigen Schulabgänger sein wird. Verantwortung bedeutet Weitsicht und  Mut, das Neue zu schaffen bevor uns die Zukunft überholt.

Adrian Cloer, Partner, German Service CEE:

Für globalen Erfolg von Unternehmen reichen heute interessante Wirtschaftsergebnisse nicht mehr aus – immer stärker beeinflusst auch gesellschaftlich verantwortliches Handeln den unternehmerischen Erfolg. Die Stakeholder von Unternehmen fragen heute mehr nach als reine Gewinnorientierung – Unternehmen integrieren immer häufiger Prinzipien der Nachhaltigkeit in ihren Alltagsbetrieb. Was gewinnen Unternehmen mit einer verstärkten Integration einer verantwortungsvollen Herangehensweise an das Geschäft? Vor allem neue Märkte, Kunden sowie Zugang zu Know-how und Innovationen.

In diesem Zusammenhang engagiert sich auch unser Unternehmen im Bereich CSR langfristig. Global konzentrieren wir uns in den 79 Ländern, in denen wir tätig sind, auf die Unterstützung von Projekten mit Einbindung der Mitarbeiter in das Unternehmen und lokale Gemeinschaften, in die Diversität einzelner Gruppen oder die Beschäftigung mit den Folgen des Klimawandels. Diese Werte teilen wir lokal in der Tschechischen Republik. Hier unterstützen wir darüber hinaus gemeinnützige Organisationen, die sich auf den Schutz von Kindern und ihrer Rechte, Senioren oder die Heilung von Krebskranken konzentrieren. Wir sind u. a. Partner der Organisation Linka bezpečí (Sorgentelefon), der Jahresauszeichnungen TOP ŽENY ČESKA (TOP FRAUEN TSCHECHIENS) oder des karitativen Projekts Movember. Diese und weitere Organisationen und Projekte unterstützen wir entweder direkt mittels Geldspenden oder durch die kostenlose Bereitstellung unserer Dienstleistungen.

Roman Ray Straub, Kongresové Centrum Praha:

Ein wichtiger Bestandteil der Unternehmensverantwortung sind die strategische und innovative Entwicklung zur Nachhaltigkeit und die Zufriedenheit der Mitarbeiter und Kunden. Diese sollten nützlich für die Gesellschaft und die Umgebung sein. Unser Prager Kongresszentrum bewegt sich mit der Erfüllung der Vision 2017-2020 in diese Richtung. Während der jetzigen Renovierung der modernen technischen Anlagen sichern wir die Nachhaltigkeit und reduzieren die Umweltauswirkungen. Mit jedem Schritt berücksichtigen wir auch das Wohlergehen von Spezialisten die bei uns wichtige wissenschaftliche Diskussionen führen und oft entscheidende Fragen für die Menschheit fördern. Unsere PCC Vision gilt für das Wohl der ganzen Gesellschaft.

Diana Rádl Rogerová, Office Managing Partner of Deloitte:

Ein gesellschaftlich verantwortliches Unternehmen bedeutet nicht schön aussehende Projekte, sondern Nachhaltigkeit und Dauerhaftigkeit. Für unser Unternehmen heißt das, dass die Ergebnisse genauso wichtig sind, wie der Weg, der zu ihnen führt. Verantwortung wie sie Deloitte versteht, umfasst nicht nur finanzielle Berichterstattung und geschäftliche Entscheidungen, sondern auch Werte, die von unseren Mitarbeitern geteilt werden. Doch am wichtigsten bleibt die Verantwortung für die an unsere Klienten erbrachten Dienstleistungen. Unsere langfristigen Bestrebungen zielen auf die Entwicklung unserer Mitarbeiter und die bestmögliche Vereinbarkeit ihres Arbeits- und Privatlebens. Wir beteiligen uns an gemeinschaftsbezogenen Projekten und verstärken die Förderung von Innovationen.

 

Otmar Michaeler, CEO Falkensteiner Hotels & Residences:

Unternehmenskultur ist für mich das Leben und Arbeiten gemäß jener Werte, die das Fundament bilden, auf dem das Unternehmen in Südtirol gegründet und aufgebaut wurde. Was unsere Gäste spüren und erleben, sind die Leidenschaft und die Hingabe für perfekte Gastlichkeit. Anders kann kein Unternehmen glaubwürdig agieren und die Themenführerschaft in einer so sensiblen Branche beanspruchen und auch behaupten.

Das funktioniert nur, wenn man Werte hat – und lebt. Dazu gehört gerade im Tourismus eine starke Verbundenheit mit der Heimat – mit offenem Blick für die Welt. Der Umgang mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf Augenhöhe. Und Bezug und Rücksichtnahme auf Regionalität, Saisonalität und den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen.All das kommt für mich im Falkensteiner-Leitmotiv zusammen: „Welcome Home!“ – diesen Satz leben wir. Und wir glauben, dass unsere Gäste das auch spüren.

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