Agile! Welche Arbeitsprozesse haben Sie kürzlich modernisiert?


Michal Vytiska, Business Consulting Manager, Komerční banka

Wahrscheinlich jedes große Unternehmen hat Probleme mit einer zu langen „time-to-market“und mit einer gewissen Entfremdung der Mitarbeiter der Zentrale von den Kunden. Wir glauben, dass Agilität eines der Instrumente ist, um diesen Herausforderungen zu begegnen. Mit agilem Management wollen wir eine flache Hierarchie schaffen, die auf Selbstmanagement und gleichberechtigte Beziehungen innerhalb der Arbeitsteams basiert. Wir haben uns für das Agile@Scale-Modell entschieden, das agile Grundsätze in dem Teil der Organisation anwendet, der Produkte und Dienstleistungen entwickelt. Im operativen Teil der Bank bleibt alles beim Alten. Der agile Teil wurde in den letzten sechs Monaten von einer linearen Anordnung in ein System von funktionsübergreifenden Teams, sog. Tribes, umgewandelt. Die Umstrukturierungsphase haben wir hinter uns, jetzt geht es an die Feinabstimmung und Änderung der Unternehmenskultur.


Tomáš Haken, HR Direktor, Moore Stephens

Innerhalb von vier Jahren ist sie von 80 Mitarbeitern auf 250 gewachsen und hat die Filialen von drei auf acht erweitert. Für die Steuerberatungs- und Wirtschafsprüfungsgesellschaft Moore Stephens ist stetige und rationelle Modernisierung nötig. Wie kann man verschiedene Expertenteams – Steuerberater, Gutachter, Buchhalter, Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer – quer durch Tschechien zusammenzuführen? Wir haben schrittweise eine Reihe von Kommunikationsinstrumenten implementiert und wir entwickeln die weiter, um die Effizienz an gemeinsamen Projekten zu erhöhen, Neuigkeiten auszutauschen, interne Schulungen und Mentoring umzusetzen usw. Wir passen unsere Kommunikation andauernd an – von regelmäßigen Skype-Meetings über Intranet, Kundenportal, gemeinsam genutzte virtuelle Räume, sog. Datenräume, bis hin zur Microsoft-Plattform „Teams“ für die Steuerung der virtuellen Teams.


Ulla Schulz, Manager International Sales Office, Maritim Hotels International

Mit mehr als 50 Jahren Hotellerie-Erfahrung ist es wichtig, „in Bewegung“ zu bleiben. Als inhabergeführte Hotelkette mit 32 Hotels in Deutschland gilt es, die Prozesse und Abläufe immer wieder aufs Neue zu prüfen. Insbesondere im Direktvertrieb und beim Thema Digitalisierung sind die Maritim Hotels deshalb „agil“. Unsere Systeme und Datenbanken wurden gerade in den vergangen Jahren modernisiert und optimiert. Im Direktvertrieb nutzen wir beispielsweise die Vertriebsplattform Salesforce, die speziell auf die internen Prozesse abgestimmt wurde. Mit unserem betriebsinternen Vertriebstool MARY, einer internetbasierten Datenbank, stehen wir mit unseren Kunden noch näher in Kontakt, können sie besser betreuen. Ebenso können unsere Kunden ihre Anfragen unkompliziert und schnell über verschiedene Onlineplattformen wie beispielsweise cvent.com schicken und verwalten.


Josef Zajíček, Vorsitzender des Verwaltungsrats, Autodrom Most

Aufgrund eines immer akuteren Arbeitskräftemangels investierte Autodrom in die Modernisierung der Arbeitsabläufe durch die Digitalisierung ihrer großen Rennstrecke. Ein Teil der Sportwarte, welche die Fahrer durch farbige Flaggen vor den Gefahren auf der Strecke warnen, wurde ersetzt durch automatische Signalisierungen auf großflächigen Screens. Wir haben sie auf einzelnen Abschnitten entlang der Rennstrecke platziert und können dank einer ausgereiften Methode auf die Ereignisse auf der Strecke reagieren und den aktuellen Status lokal oder insgesamt anpassen. Das System ersetzt damit bestimmte Arbeitspositionen, die Anzahl der Sportwarte wurde um zehn reduziert. Andererseits erfordert die moderne Technologie einen IT-Dispatcher und ein höheres Maß an computerbasierter Arbeit. Diese Technologie wird auf den F1-Rennstrecken verwendet, wo es wegen des intensiven Betriebs an Arbeitskräften mangelt.