{"id":2372,"date":"2019-03-07T14:21:47","date_gmt":"2019-03-07T13:21:47","guid":{"rendered":"https:\/\/emagazin.plus\/?p=2372"},"modified":"2020-02-26T12:13:42","modified_gmt":"2020-02-26T11:13:42","slug":"immobilienmarkt-tschechien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/emagazin.plus\/cz\/immobilienmarkt-tschechien\/","title":{"rendered":"Immobilienmarkt Tschechien &#8211; geringere Dynamik"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Der Immobilienmarkt in Tschechien verliert nach vielen Jahren des Daueraufschwungs an Tempo. Einen deutlichen Beleg daf\u00fcr lieferte die gesunkene Nachfrage nach Wohnraum.&nbsp; <\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:25px\"><strong>Wohnungsmarkt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Prag sind nach Angaben von Trigema, Skanska Reality und der Central\nGroup im vergangenen Jahr insgesamt rund 5.000 neue Wohnungen verkauft worden.\nZum Vergleich: 2017 waren es 5.500, im Jahr zuvor 6.650 neue Wohnungen. In den\nRegionen f\u00e4llt der R\u00fcckgang noch deutlicher aus. Laut einer Analyse von Trigema\nwurden im vorigen Jahr landesweit nur 4.440 neue Wohnungen verkauft. Einen\ngro\u00dfen Anteil daran hat das letzte Quartal mit lediglich 685 verkauften\nEinheiten (Vorjahresvergleich: 1.689). Au\u00dferdem sind in den Regionen im Jahr\n2017 noch 600 Wohnungen mehr verkauft worden als in der Hauptstadt. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:25px\"><strong>B\u00fcroimmobilien<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Jahr 2018 stieg das Bruttovolumen der insgesamt 666 abgeschlossenen\nTransaktionen auf 519.200 m<sup>2<\/sup>. Obwohl die Zahl im Vergleich zum\nVorjahr leicht gesunken ist, liegt das Ergebnis noch immer \u00fcber dem\nDurchschnitt. Die starke Nachfrage der vergangenen Jahre wird bis auf Weiteres\nanhalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die\nGesamtfl\u00e4che aller in Prag angebotenen B\u00fcror\u00e4ume betrug gegen Ende des Jahres knapp\n3,5 Mio. m2. Zudem wurden 2018 \u00fcberdurchschnittlich viele B\u00fcrofl\u00e4chen\nfertiggestellt \u2013 insgesamt 156.900 m2, davon 76 % in komplett neu errichteten\nObjekten. Wie bereits in den Jahren zuvor wurden die meisten dieser B\u00fcrofl\u00e4chen\nnoch vor der Fertigstellung vermietet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und best\u00e4tigte sich ein weiterer Trend: Der Leerstand von B\u00fcrofl\u00e4chen ist auch im Laufe des Jahres 2018 weiter zur\u00fcckgegangen \u2013 von 6,2 auf 5,1 %, was etwa 178 800 m2 entspricht. Damit wurde auch die bisher niedrigste Leerstandsquote aus dem Jahr 2007 unterboten. Damals lag der Wert bei 5,8 %.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Branchenstatistik f\u00fcr 2018 belegt der Bereich \u201eWerbung und Medien\u201c den ersten Rang. Sein Anteil betr\u00e4gt bei der Nachfrage 15 % am Gesamtvolumen, gefolgt von der IT-Branche und dem verarbeitenden Gewerbe.&nbsp; <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der am h\u00e4ufigsten nachgefragte Standort mit Blick auf erfolgte Transaktionen war 2018 wiederholt der vierte Prager Stadtbezirk (25 %). Dahinter landeten Prag 8 und Prag 5.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:25px\"><strong>Retail<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch 2018 setzte sich der um die Jahreswende 2013\/2014 eingesetzte positive Trend fort. Das anhaltende Wirtschaftswachstum und das erfreuliche Konsumklima lie\u00dfen die Ausgaben der tschechischen Haushalte weiter ansteigen \u2013 und damit auch die Ums\u00e4tze im Einzelhandel. In der zweiten Jahresh\u00e4lfte konnte man allerdings auch eine gewisse Verlangsamung der Wachstumsdynamik beobachten. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Zahl der Ladenbesucher stagniert, die Ums\u00e4tze im Einzelhandel sind dennoch stark gestiegen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Nachfrage nach neuen Ladenfl\u00e4chen steigt nur noch langsam. Im Fokus der Investitionen stehen die Modernisierung und Qualit\u00e4tsverbesserung der Gesch\u00e4ftsr\u00e4ume.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den Shopping-Centern geht der Anteil klassischer Gesch\u00e4fte zur\u00fcck. Die Fl\u00e4chen f\u00fcr \u201eFood &amp; Beverage\u201c, Dienstleistungen und Unterhaltungsangebote nehmen zu.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Offline- und Online-Handel n\u00e4hern sich immer mehr an und werden noch st\u00e4rker miteinander verbunden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Transaktionsaktivit\u00e4t war auch 2018 recht hoch. Das Niveau der vorangegangenen Rekordjahre wurde allerdings nicht \u00fcbertroffen. Investoren sind am begrenzten Angebot im meistgefragten Segment der erfolgreichen Einkaufszentren interessiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:25px\"><strong>Logistik<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von allen Segmenten des Immobilienmarktes in Tschechien ist die Logistik derzeit das Segment mit dem gr\u00f6\u00dften Wachstumspotential. Nicht nur potentielle Mieter (Nutzer), sondern auch Investoren schenken ihr in letzter Zeit mehr Aufmerksamkeit. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Jahr 2009\nverf\u00fcgte Tschechien \u00fcber 3,5 Mio. m<sup>2<\/sup> moderner Lagerfl\u00e4chen, der\nLeerstand erreichte mit 18 % einen Negativrekord. Knapp zehn Jahre sp\u00e4ter\nerlebte die tschechische Wirtschaft einschlie\u00dflich der Immobilienbranche ihren\nH\u00f6hepunkt. Mittlerweile gibt es mehr als doppelt so viele moderne Lagerfl\u00e4chen:\nfast 8 Mio. m<sup>2<\/sup>. Der Zuwachs ist viel gr\u00f6\u00dfer als etwa bei den\nB\u00fcroimmobilien, die ihr Volumen im selben Zeitraum um ein Drittel ausgebaut\nhaben, oder den Einkaufszentren, die verglichen mit 2009 \u201enur\u201c \u00fcber ein Viertel\nmehr Fl\u00e4chen verf\u00fcgen. Der Leerstand im Logistikbereich betr\u00e4gt im landesweiten\nSchnitt nur noch 4,4 %, die Renditen wurden auf 5,5 % gedr\u00fcckt. Allein durch\ndie Renditekompression bei unver\u00e4nderten Mieten liegt der Wertzuwachs bei mehr\nals 60 %, Quadratmeterpreise von \u00fcber 1 000 Euro entsprechen heute der Norm.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der steigende\nTrend bei den Industrieimmobilien wird sich in den kommenden Jahren fortsetzen.\nDie Logistikbranche \u00f6ffnet sich zunehmend einer breiteren Gruppe von\nFachleuten, Beratern und Investoren. Die lange Industrietradition der\nTschechischen Republik, die g\u00fcnstige Lage innerhalb Europas und die\nqualifizierten Arbeitskr\u00e4fte \u2013 das alles ist l\u00e4ngst bekannt. Tschechien bewegt\nsich im Konsumverhalten auf die entwickelten westlichen L\u00e4nder zu und erf\u00fcllt\nalle Voraussetzungen f\u00fcr eine hohe Nachfrage nach Logistikimmobilien. Die\nTschechische Republik \u00fcbernimmt schon heute eine bedeutende Rolle in der\nLogistikindustrie der Europ\u00e4ischen Union und stellt Fl\u00e4chen f\u00fcr die Lagerung,\ndie Montage, das Verpacken und die R\u00fccknahmelogistik von unterschiedlichsten\nWaren bereit.&nbsp;&nbsp; <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:25px\"><strong>Investitionen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2018 erreichte das gesamte Investitionsvolumen\nin Tschechien einen Wert von 2,343 Milliarden Euro. Hotels und Unterk\u00fcnfte sind\ndabei nicht eingeschlossen. Im Vergleich zum Vorjahr ist das Volumen um 31 %\ngesunken. Der gr\u00f6\u00dfte Anteil der Investitionen entf\u00e4llt auf B\u00fcroimmobilien (42\n%), gefolgt vom Einzelhandel (32 %) und Industrieimmobilien (26 %). Um die 60 % des gesamten Transaktionsvolumens gehen auf\ntschechische Investoren zur\u00fcck. Zu den gr\u00f6\u00dften ausl\u00e4ndischen Kapitalgebern\ngeh\u00f6ren Deutschland (21 %), Frankreich (6 %), \u00d6sterreich und Russland (jeweils\n3 %). <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotz des geringeren\nInvestitionsvolumens gegen\u00fcber dem Vorjahr war auch 2018 ein sehr aktives Jahr.\nDie Investitionen wurden gut in einzelne Marktsegmente diversifiert. Der\nInvestitionsmarkt befindet sich noch immer in guter Verfassung. Aufgrund\nder hohen Liquidit\u00e4t am Markt gestalten sich die Aussichten auch f\u00fcr dieses\nJahr positiv. Allerdings k\u00f6nnte sich ein geringes Angebot ansprechender\nImmobilien negativ auf das Gesamtinvestitionsvolumen auswirken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Der Trend Report ist eine fachkundige und objektive Studie zur Entwicklung auf dem Immobilienmarkt in Tschechien. Er erscheint seit 2002 und wird vom Immobilienverband ARTN (Asociace pro rozvoj trhu nemovitost\u00ed) herausgegeben. Die diesj\u00e4hrige zw\u00f6lfte Ausgabe gibt erneut einen \u00dcberblick \u00fcber aktuelle Probleme und eine Analyse quer durch alle Segmente. Die Texte beruhen auf den Erfahrungen und Standpunkten der Autoren und st\u00fctzen sich zudem auf eigene Umfragen des Verbandes ARTN.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Gro\u00dfe Logistikprojekte, die 2018 fertiggestellt\nwurden<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"\"><tbody><tr><td>\n  <strong>Projekt <\/strong>\n  <\/td><td>\n  <strong>Region<\/strong>\n  <\/td><td>\n  <strong>Fl\u00e4che<\/strong>\n  <\/td><td>\n  <strong>Mieter<\/strong>\n  <\/td><\/tr><tr><td>\n  CTP Prague Nord\n  <\/td><td>\n  Prag\n  <\/td><td>\n  53 000 m<sup>2<\/sup>\n  <\/td><td>\n  Makro\n  <\/td><\/tr><tr><td>\n  Prologis Park Prague Airport\n  <\/td><td>\n  Prag\n  <\/td><td>\n  38.400 m<sup>2<\/sup>\n  <\/td><td>\n  Eyelevel\n  <\/td><\/tr><tr><td>\n  P3 Lovosice\n  <\/td><td>\n  Nordb\u00f6hmen\n  <\/td><td>\n  30 000 m<sup>2<\/sup>\n  <\/td><td>\n  FM Logistic\n  <\/td><\/tr><tr><td>\n  Panattoni Park\n  Cheb\n  <\/td><td>\n  Westb\u00f6hmen\n  <\/td><td>\n  31 900m<sup>2<\/sup>\n  <\/td><td>\n  Est\u00e9 Lauder\n  <\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Autorin: Marie Mockov\u00e1, ARTN<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Foto: P3<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Daueraufschwung des tschechischen Immobilienmarktes verliert nach vielen Jahren an Tempo. 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