{"id":45,"date":"2017-03-24T12:46:23","date_gmt":"2017-03-24T11:46:23","guid":{"rendered":"https:\/\/emagazin.plus\/?p=45"},"modified":"2025-02-06T09:43:09","modified_gmt":"2025-02-06T08:43:09","slug":"tschechische-startup","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/emagazin.plus\/cz\/tschechische-startup\/","title":{"rendered":"Gr\u00fcnderfieber: Startups in Tschechien"},"content":{"rendered":"<p><em>In Tschechien gibt es bereits \u00fcber 500 Startups. Die jungen, schnell wachsenden Technologiefirmen setzen meist von Anfang an auf globale M\u00e4rkte. Sie finden immer mehr private Geldgeber, die in die Neugr\u00fcndungen investieren. Von tschechischem Risikokapital profitieren inzwischen sogar deutsche Unternehmen.<\/em><\/p>\n<p>Wenn Cedric Maloux \u00fcber Prag spricht, ger\u00e4t er schnell ins Schw\u00e4rmen und z\u00e4hlt die Vorteile auf: die strategische Lage zwischen Berlin und Wien, die hohe Lebensqualit\u00e4t, die geringen Kosten f\u00fcr den laufenden Betrieb. Er ist Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von StartupYard, dem gr\u00f6\u00dften Seed Accelerator im Land. \u201eHinzu kommt, dass Tschechiens Hauptstadt als Hub f\u00fcr gro\u00dfe Technologiekonzerne wie Oracle, Microsoft, Google und Avast viele Talente anlockt.\u201c Malouxs Firma hilft jungen Unternehmensgr\u00fcndern mit Kapital, B\u00fcror\u00e4umen, Kontakten und Beratung beim Sprung auf den Markt.<\/p>\n<p>Prag entwickelt sich zu einem f\u00fchrenden Zentrum f\u00fcr innovative Startups in Mittelosteuropa. Rund 300 solcher dynamischen Jungunternehmen sollen bereits in der Moldaustadt residieren. Hier finden sie Kapitalgeber und beste Infrastruktur. Neben dem StartupYard gibt es eine Reihe weiterer Starterzentren, Inkubatoren und Co-Working-Fl\u00e4chen f\u00fcr junge Firmen. Sie hei\u00dfen Prague Startup Centre, TechSquare, Node5 oder Creative Dock, das inzwischen sogar eine Filiale in M\u00fcnchen er\u00f6ffnet hat. Selbst das New Yorker Innovationslabor Hatchery hat einen Ableger in Prag gegr\u00fcndet.<\/p>\n<figure id=\"attachment_279\" aria-describedby=\"caption-attachment-279\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"534\" class=\"wp-image-279 size-large\" alt=\"\" src=\"https:\/\/emagazin.plus\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/gsa-1024x683.jpg\" srcset=\"https:\/\/emagazin.plus\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/gsa-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/emagazin.plus\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/gsa-300x200.jpg 300w, https:\/\/emagazin.plus\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/gsa-768x512.jpg 768w, https:\/\/emagazin.plus\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/gsa-272x182.jpg 272w, https:\/\/emagazin.plus\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/gsa.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-279\" class=\"wp-caption-text\">Die GSA f\u00f6rdert in Prag Weltraumtechnik, Bildquelle: \u00a9<a href=\"https:\/\/www.gsa.europa.eu\/\">European GNSS Agency<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<p>Europas Satellitensystem Galileo hat seinen Sitz in Prag und unterst\u00fctzt hier im ersten Kosmos-Inkubator Mitteleuropas Startups im Bereich Weltraumforschung. Und Skoda Auto baut seit Herbst 2016 eine eigene Startup-Einheit an der Moldau auf, um Apps und andere IT-Innovationen f\u00fcr Autos entwickeln zu lassen.<\/p>\n<p>Doch nicht nur in Prag, sondern in ganz Tschechien ist das Gr\u00fcndungsfieber ausgebrochen. Anders als noch vor zehn Jahren streben Studierende zwischen Pilsen und Ostrava nicht mehr unbedingt eine Managerkarriere in gro\u00dfen Firmen an. \u201eVielmehr schlagen Absolventen heutzutage den Weg eines eigenen Unternehmens ein\u201c, meint Michal Andera vom xPort-Programm der Prager Wirtschaftshochschule V\u0160E. Entsprechend bereiten die Universit\u00e4ten Akademiker auf eine sp\u00e4tere Startup-Karriere vor. So hat die Wirtschaftshochschule V\u0160E in Prag einen Lehrstuhl f\u00fcr Entrepreneurship gegr\u00fcndet, an den der Business Accelerator xPort angeschlossen ist. Die Technische Universit\u00e4t \u010cVUT in Prag betreibt die Inkubatoren InQbay und InovaJET, und auch die Uni Ostrava hat ein Gr\u00fcnderzentrum.<\/p>\n<h4><strong>Der typische Gr\u00fcnder: m\u00e4nnlich, 30 Jahre<\/strong><\/h4>\n<p>Rund 550 Startups hat das Prager Aspen Institute landesweit ausfindig gemacht. Bei einer Untersuchung des Instituts kam 2016 heraus: Der durchschnittliche Gr\u00fcnder in Tschechien hat einen Universit\u00e4tsabschluss, ist m\u00e4nnlich und um die 30 Jahre alt. Etwa 60 Prozent der Umfrageteilnehmer kommen aus Prag. Daneben entwickelt sich vor allem Brno zum Geheimtipp; 15 Prozent der Startups haben in der s\u00fcdm\u00e4hrischen Metropole ihren Sitz, vor allem dank der guten Universit\u00e4ten und des Innovationszentrums JIC.<\/p>\n<figure id=\"attachment_281\" aria-describedby=\"caption-attachment-281\" style=\"width: 1000px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"666\" class=\"wp-image-281 size-full\" alt=\"\" src=\"https:\/\/emagazin.plus\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/17181522845_0da3d98790_o.jpg\" srcset=\"https:\/\/emagazin.plus\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/17181522845_0da3d98790_o.jpg 1000w, https:\/\/emagazin.plus\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/17181522845_0da3d98790_o-300x200.jpg 300w, https:\/\/emagazin.plus\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/17181522845_0da3d98790_o-768x511.jpg 768w, https:\/\/emagazin.plus\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/17181522845_0da3d98790_o-272x182.jpg 272w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-281\" class=\"wp-caption-text\">INBIT ist der Biotec-Inkubators ds JIC in Br\u00fcnn, Bildquelle: \u00a9<a href=\"https:\/\/www.jic.cz\/\">JIC Brno<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<p>Beim Blick auf die Produktpalette der tschechischen Wachstumsunternehmen f\u00e4llt der starke technische und digitale Fokus auf. Die Studie des Aspen Institute hat ergeben, dass ein Gro\u00dfteil der Startups die Auslagerung von Software und IT-Infrastruktur (Software as a Service, SaaS) anbietet, Webservices, mobile Softwaredienste oder Cloud-Technologien. Aktuelle Industriethemen wie Nano- und Biotechnologie, neue Werkstoffe oder Photonik spielen nur eine Nebenrolle.<\/p>\n<p>Zwei Drittel der Startups haben ein innovatives neues Produkt entwickelt. Der Rest imitiert vorhandene Ideen oder adaptiert diese. Beispiele sind die Taxi-App Liftago, die sich an Uber orientiert, oder der Lieferservice damejidlo.cz. Jede dritte Jungfirma verf\u00fcgt bereits \u00fcber eigene Patente oder eingetragene Handelsmarken.<\/p>\n<p>\u201eDie Startup-Szene in Tschechien wird immer lebhafter\u201c, best\u00e4tigt Philip Staehelin, Managing Partner bei Roland Berger, der selbst als Investor und Mentor f\u00fcr Startup-Projekte im Land t\u00e4tig war. \u201eDoch die Unternehmer sind noch mit zu vielen administrativen H\u00fcrden in der Startphase konfrontiert.\u201c Dadurch k\u00f6nnten sich die Existenzgr\u00fcnder h\u00e4ufig nicht auf ihre Kernaufgabe konzentrieren \u2013 den Aufbau eines Unternehmens mit nachhaltigem Gesch\u00e4ftsmodell. Das schrecke potenzielle Gr\u00fcnder ab, glaubt Staehelin. Helfen w\u00fcrden seiner Meinung nach Steuersparmodelle f\u00fcr Startup-Investoren (Business Angels), neue Besch\u00e4ftigungsformen, bei denen f\u00fcr die Arbeitgeber weniger Sozialabgaben anfallen, oder direkte Subventionen der Sozialabgaben f\u00fcr Startups.<\/p>\n<figure id=\"attachment_302\" aria-describedby=\"caption-attachment-302\" style=\"width: 1191px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1191\" height=\"680\" class=\"wp-image-302 size-full\" alt=\"\" src=\"https:\/\/emagazin.plus\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/investments.jpg\" srcset=\"https:\/\/emagazin.plus\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/investments.jpg 1191w, https:\/\/emagazin.plus\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/investments-300x171.jpg 300w, https:\/\/emagazin.plus\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/investments-768x438.jpg 768w, https:\/\/emagazin.plus\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/investments-1024x585.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1191px) 100vw, 1191px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-302\" class=\"wp-caption-text\">Finanzierung von Startups erfolgt h\u00e4ufig durch friends, family, fools, Bild: \u00a9Jan Sommerfeld<\/figcaption><\/figure>\n<p>StartupYard-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Maloux w\u00fcrde sich noch \u00fcber eine neue Rechtsperson freuen, die moderner und flexibler auf die Bed\u00fcrfnisse der Startups zugeschnitten w\u00e4re. \u201eSie sollte so \u00e4hnlich konstruiert sein wie die Limited Company im Vereinigten K\u00f6nigreich.\u201c Derzeit sei es schwierig, f\u00fcr Risikoinvestoren in tschechische GmbHs (s.r.o.) Wandelanleihen und ebenso f\u00fcr Mitarbeiter Aktienoptionen zu kreieren.<\/p>\n<p>Daher verwundert es vielleicht nicht, dass laut der Aspen-Studie drei Viertel der tschechischen Startups ihre Projekte zun\u00e4chst mit Eigenkapital auf den Weg bringen. Jede achte Firma hat auf die ber\u00fchmten drei F zur\u00fcckgegriffen (friends, family, fools). Bankkredite, Venture Capital Fonds oder \u00f6ffentliche F\u00f6rderung spielen f\u00fcr die meisten Firmen in der Startphase kaum eine Rolle. F\u00fcr die k\u00fcnftige Entwicklung jedoch kommen sie selten an externen Finanzierungsquellen vorbei. Das gilt vor allem f\u00fcr die riskante Seed-Phase, in der es darum geht, das Produkt marktreif zu machen, und f\u00fcr die anschlie\u00dfende Skalierungsphase (Aufbau von Produktionskapazit\u00e4ten, Marketingaktivit\u00e4ten). F\u00fcr diese Finanzierungsrunden sucht jedes vierte tschechische Startup laut Aspen Institute einen strategischen Investor oder Business Angel. Auch Venture Capital Fonds, staatliche Unterst\u00fctzung und Crowdfunding werden genutzt.<\/p>\n<h4><strong>Netzwerk der Business Angels fehlt<\/strong><\/h4>\n<p>\u201eDie gr\u00f6\u00dfte H\u00fcrde ist die Seed-Phase\u201c, sagt Unternehmensberater Staehelin. \u201eBesonders die ganz jungen Startups haben Probleme beim Kapitalzugang, weil das Netzwerk der Business Angels kaum entwickelt ist.\u201c Zudem seien tschechische Investoren grunds\u00e4tzlich risikoscheuer als in den USA oder in Westeuropa, meint Staehelin.<\/p>\n<p>In die Bresche springen k\u00f6nnte der Staat. Das Industrie- und Handelsministerium hat bereits den Nationalen Investmentfonds NIF gegr\u00fcndet, der sich ab 2017 als Co-Investor an jungen Firmen in der Seed-Phase beteiligen soll. Daf\u00fcr stehen zun\u00e4chst 53 Mio. Euro EU-Mittel zur Verf\u00fcgung. Im Blick hat das Ministerium vor allem Ausgr\u00fcndungen von Forschungsprojekten etwa im Bereich Life Sciences oder Nanotechnologie. Dabei m\u00fcssen aber private Investoren bereit sein, sich ebenfalls an dem Risiko zu beteiligen.<\/p>\n<p>Die staatliche Wirtschaftsf\u00f6rdergesellschaft CzechInvest bietet Jungunternehmern kostenlose Beratung und Kontakte zu erfahrenen Branchenvertretern an (Programm CzechStarter). Ausgew\u00e4hlte Startups d\u00fcrfen sich f\u00fcr drei Monate in Inkubatoren im Silicon Valley, in Singapur, New York oder London einmieten und dort Erfahrungen sammeln (Programm CzechAccelerator). Dar\u00fcber hinaus finanziert die Agentur Messeauftritte und Konferenzteilnahmen (Programm CzechDemo).<\/p>\n<h4><strong>Immer mehr gro\u00dfe Unternehmen investieren in Startups<\/strong><\/h4>\n<p>Au\u00dferdem steigen gro\u00dfe tschechische Investitionsgesellschaften und Konzerne in die F\u00f6rderung innovativer Gesch\u00e4ftsideen ein. Eigene Risikokapitalfonds haben zum Beispiel \u010cEZ (Inven Capital), J&amp;T (J&amp;T Ventures), KKCG (Springtide Ventures), Finep (Finep Innovation) gegr\u00fcndet, Million\u00e4r Karel Jane\u010dek hat sich an Credo Ventures beteiligt. Auch bereits erfolgreiche einheimische Unternehmen wie der Onlineshop Alza, Y Soft oder Avast investieren ihre Gewinne in vielversprechende Neugr\u00fcndungen.<\/p>\n<p>Davon profitieren inzwischen sogar deutsche Unternehmen wie Price f(x) aus dem oberbayerischen Pfaffenhofen. Die Softwareschmiede optimiert Einkaufs- und Verkaufspreise und war zuvor vergeblich im Silicon Valley auf Kapitalsuche. Ende 2016 haben sich dann der tschechische Fonds Credo Ventures und Avast-Gr\u00fcnder Eduard Ku\u010dera bei der deutschen Firma eingekauft, weil Price f(x) die komplette Entwicklung in Prag betreibt.<\/p>\n<p>Der Blick \u00fcber die Landesgrenze ist f\u00fcr tschechische Startups v\u00f6llig normal. Schon 17 Prozent von ihnen haben ein B\u00fcro oder eine Niederlassung im Ausland gegr\u00fcndet; weitere 45 Prozent planen das f\u00fcr die Zukunft. Die USA, das Vereinigte K\u00f6nigreich und Deutschland sind dabei die beliebtesten Ziele. Ohnehin zielt fast jedes zweite tschechische Startup bei der Kundensuche auf gro\u00dfe Unternehmen mit mehr als 250 Besch\u00e4ftigten, ergab die Studie des Aspen Institute.<\/p>\n<p>Eine fr\u00fchzeitige Internationalisierungsstrategie ist daher zwangsl\u00e4ufig. Die geringe Gr\u00f6\u00dfe des Heimatmarktes sieht StartupYard-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Maloux nicht als Nachteil an, im Gegenteil: \u201eVenture-Investoren wollen ein weltweit skalierbares Gesch\u00e4ft ab dem ersten Tag. Sie vergeben keinen Bonus, wenn Ideen erst mal auf dem lokalen Markt getestet werden\u201c, so Maloux. \u201eDarum wachsen unsere Startups schneller und aggressiver, weil sie h\u00e4ufig sofort global denken.\u201c<\/p>\n<p>Das best\u00e4tigt Radek Sysel, einer von zwei Gr\u00fcndern von Easycon in Brno. Das Startup entwickelt smarte Ger\u00e4te zum Messen des Energieverbrauchs. \u201eDer kleine tschechische Heimatmarkt ist unser wichtigster Antrieb, besonders hart zu arbeiten und ins Ausland zu expandieren.\u201c<\/p>\n<h4><strong>Vielen Gr\u00fcndern reicht der Heimatmarkt<\/strong><\/h4>\n<figure id=\"attachment_456\" aria-describedby=\"caption-attachment-456\" style=\"width: 415px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"415\" height=\"233\" class=\"wp-image-456 \" alt=\"\" src=\"https:\/\/emagazin.plus\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/damejidlo-300x168.jpg\" srcset=\"https:\/\/emagazin.plus\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/damejidlo-300x168.jpg 300w, https:\/\/emagazin.plus\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/damejidlo-768x429.jpg 768w, https:\/\/emagazin.plus\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/damejidlo-1024x573.jpg 1024w, https:\/\/emagazin.plus\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/damejidlo.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 415px) 100vw, 415px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-456\" class=\"wp-caption-text\">Das Startup DameJidlo.cz betreibt einen Lieferservice in Tschechien,&nbsp;Foto: \u00a9Jan Sommerfeld<\/figcaption><\/figure>\n<p>Allerdings streben das nicht alle Gr\u00fcnder im Land an, wei\u00df Berater Philip Staehelin. \u201eF\u00fcr viele Start-ups ist der tschechische und slowakische Markt gerade&nbsp; gro\u00df genug, um daf\u00fcr einen Businessplan zu entwickeln.\u201c Auch bei der Aspen-Umfrage gaben fast 40 Prozent aller Start-up-Gr\u00fcnder an, dass Tschechien der prim\u00e4re Absatzmarkt f\u00fcr sie sei. Ein globaler Fokus ist deshalb nicht immer n\u00f6tig. Da obendrein die sogenannte Cash-Burn-Rate tschechischer Start-ups relativ niedrig ist, also die Geschwindigkeit, mit der vorhandene finanzielle Mittel aufgebraucht werden, bleibt den Unternehmen mehr Zeit f\u00fcr den Wachstumspfad, erkl\u00e4rt Unternehmensberater Staehelin.<\/p>\n<p>Jungunternehmer Radek Sysel von Easycon berichtet aber auch, dass die Konkurrenz in Tschechien \u201eziemlich heftig\u201c sei. \u201eEs gibt so viele Technologiefirmen, dass wir wirklich gut sein m\u00fcssen, um Kunden zu gewinnen.\u201c Die Kundenakquise sei jedenfalls schwieriger als die Suche nach Investoren und Geldgebern.<\/p>\n<p>Immerhin mehr als die H\u00e4lfte der vom Aspen Institute befragten Startup-Unternehmen erzielte sp\u00e4testens zwei Jahre nach der Gr\u00fcndung stabile Einnahmen. Eines der bekanntesten Startups \u2013 damejidlo.cz \u2013 hat f\u00fcnf Jahre gebraucht, um in die Gewinnzone zu rutschen. Der Bestell- und Lieferservice f\u00fcr Restaurants bringt pro Monat \u00fcber 300.000 Mahlzeiten in tschechische und slowakische Haushalte und konnte seine Ums\u00e4tze 2016 um \u00fcber ein Drittel steigern. Der Erfolg hat sich bis nach Deutschland herumgesprochen: Ende 2015 wurde das Prager Unternehmen von der Berliner Delivery Hero Holding \u00fcbernommen.<\/p>\n<p>Autor: <em>Gerit Schulze, <a href=\"http:\/\/www.gtai.de\">Germany Trade and Invest<\/a><\/em><\/p>\n<p>Bildquelle des ersten Beitragsbildes: &#8220;<a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Fieberthermometermessspitzen.jpg\">Fieberthermometermessspitzen&#8221;, Gelegenheitsautor2015<\/a>,&nbsp;Wikimedia<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Tschechien gibt es bereits \u00fcber 500 Startups. 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