{"id":6715,"date":"2021-11-03T10:49:07","date_gmt":"2021-11-03T09:49:07","guid":{"rendered":"https:\/\/emagazin.plus\/?p=6715"},"modified":"2025-02-06T14:47:39","modified_gmt":"2025-02-06T13:47:39","slug":"tschechiens-autoindustrie-im-umbruch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/emagazin.plus\/cz\/tschechiens-autoindustrie-im-umbruch\/","title":{"rendered":"Tschechiens Autoindustrie im Umbruch"},"content":{"rendered":"\n<p style=\"font-size:21px\"><strong>W\u00e4hrend sich die Elektromobilit\u00e4t zu entwickeln beginnt, werden Gesch\u00e4ftsmodelle zur Wasserstoffmobilit\u00e4t noch gesucht. Eine systematische F\u00f6rderung umweltfreundlicher Fahrzeuge fehlt.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-normal-font-size\">Nach einem au\u00dfergew\u00f6hnlich starken Jahresauftakt hat die Autoherstellung in Tschechien wieder an Tempo eingeb\u00fc\u00dft. Im 1. Halbjahr 2021 liefen nach Auskunft des Verbandes der Automobilindustrie AutoSAP gut 663.000 Pkw von den B\u00e4ndern der drei Hersteller \u0160koda, Hyundai und Toyota. Das war ein Drittel mehr als im Vorjahreszeitraum, aber ein Zehntel weniger als vor Corona.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color\" style=\"color:#017f51;font-size:19px\"><strong>Stop and Go durch Halbleitermangel<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-normal-font-size\">Es ist die weltweite Knappheit an Halbleitern, die die Branche seit Jahresbeginn in Atem h\u00e4lt, zu Unterbrechungen und weniger Schichten f\u00fchrt. H\u00e4ufig verlassen unfertige Fahrzeuge die Werke und m\u00fcssen sp\u00e4ter komplettiert werden, wenn die Komponenten vorliegen. Steigende Preise f\u00fcr Rohstoffe und Materialien sowie der Fachkr\u00e4ftemangel sind weitere Probleme. \u201eOhne das Chipproblem k\u00f6nnte die Produktion um circa 5 % h\u00f6her liegen und den Vorkrisenzeiten n\u00e4her sein\u201c, sch\u00e4tzt Zden\u011bk Petzl, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Branchenverbandes. AutoSAP rechnet 2021 mit einer Produktion von circa 1,3 Millionen Pkw. Das w\u00e4re ein Ergebnis zwischen dem von 2019, als es \u00fcber 1,4 Millionen waren und 2020 mit weniger als 1,2 Millionen Einheiten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-normal-font-size\">Unabh\u00e4ngig von den Verzerrungen durch Pandemie und Halbleitermangel hat ein ganz grunds\u00e4tzlicher Wandel eingesetzt: die unaufhaltsame Abkehr vom Verbrennungsmotor. F\u00fcr das Autoland Tschechien, seine Kraftfahrzeughersteller und den breiten Zuliefersektor kommt das einem tektonischen Umbruch gleich. Im Rahmen des europ\u00e4ischen Gr\u00fcnen Deals haben sich die Mitgliedstaaten der EU das Ziel gesetzt, bis 2050 Klimaneutralit\u00e4t zu erreichen. Als Zwischenetappe sollen schon bis 2030 die CO<sub>2<\/sub>-Emissionen um mindestens 55 % unter ihr Niveau von 1990 fallen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color\" style=\"color:#017f51;font-size:19px\"><strong>Versch\u00e4rfte Klimaziele machen Druck<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Um N\u00e4gel mit K\u00f6pfen zu machen, hat die Europ\u00e4ische Kommission im Sommer 2021 das Paket \u201eFit f\u00fcr 55\u201c vorgestellt. Es soll die Rechtsvorschriften zu Klima, Energie und Verkehr an dieses Ziel anpassen. F\u00fcr die Autoindustrie lautet der Vorschlag f\u00fcr die Neuflottenproduktion:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>bis 2030 Senkung der Emissionen von Pkw um 55 %<\/li><li>bis 2030 Senkung der Emissionen von Lkw um 50 %<\/li><li>ab 2035 nur noch emissionsfreie Neuwagen<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Damit ist der Termin f\u00fcr das Auslaufen der Dieselfahrzeuge und Benziner in der EU gesetzt, auf die sich der tschechische Kraftfahrzeugsektor noch vorrangig konzentriert. Verbrennungsmotoren w\u00e4ren danach auf dem gemeinsamen Markt allenfalls f\u00fcr alternative Brennstoffe m\u00f6glich. Schon 2026 soll der Stra\u00dfenverkehr in das Emissionshandelssystem einbezogen werden. Das verteuert die Verschmutzung und setzt den Anreiz, umweltfreundlichere Kraftstoffe und Technologien zu nutzen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/emagazin.plus\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/200901-SKODA-AUTO-invests-32-million-euros-in-ENYAQ-iV-production-line-1.JPG-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6721\" width=\"800\" height=\"500\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color\" style=\"color:#017f51;font-size:19px\"><strong>Ein Zehntel der Produktion sind Elektroautos<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Industrie muss sich daher neu definieren und hat begonnen, den Wachstumsmarkt emissionsarmer Antriebe zu ihrem eigenen zu machen. An vorderster Front sind das die Autohersteller selbst. Nach entsprechenden Investitionen werden seit 2020 in Tschechien erste rein batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) produziert. \u0160koda Auto fertigt im Stammwerk Mlad\u00e1 Boleslav den Enyaq iV, Hyundai in No\u0161ovice den Kona Electric. Im 1. Halbjahr 2021 machte ihr Anteil an der tschechischen Gesamtproduktion 5,3 % aus. Unter Einschluss der Plug-in-Hybride (PHEV) waren es 9,6 %.<\/p>\n\n\n\n<p>Und das ist erst der Anfang. \u0160koda Auto will bis 2030 mit mindestens drei weiteren rein elektrischen Modellen sein Portfolio erheblich elektrifizieren. Das ist ein wichtiges Signal, da zwei Drittel der in Tschechien gefertigten Pkw aus den Werken von \u0160koda Auto stammen. Je nachdem, wie sich der Markt entwickelt, plant Tschechiens gr\u00f6\u00dfter Autobauer, den Anteil vollelektrischer Modelle an seiner Palette in Europa auf 50 bis 70 % auszubauen. Das soll dazu beitragen, die CO2-Emissionen der gefertigten Fahrzeugflotte um mehr als 50 % zu reduzieren. \u201eMit unserer neuen Next Level-\u0160koda Strategie 2030 geben wir konkrete Antworten, wie wir \u0160koda Auto erfolgreich durch den Transformationsprozess steuern und sicherstellen, dass das Unternehmen 2030 noch st\u00e4rker aufgestellt ist als heute\u201c, erkl\u00e4rte der Vorstandsvorsitzende Thomas Sch\u00e4fer. Den Heimatmarkt Tschechien will er zusammen mit Partnern zu einem Elektromobilit\u00e4ts-Hub entwickeln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color\" style=\"color:#017f51;font-size:19px\"><strong>Hoffnung auf eine Gigafactory<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-normal-font-size\">In der Wertsch\u00f6pfungskette elektrischer Mobilit\u00e4t ergeben sich ganz neue Konstellationen. So will der staatliche Energiekonzern \u010cEZ seine Rolle in dieser Richtung ausbauen und hat dabei ein m\u00f6gliches Ass im \u00c4rmel. Der Energieversorger bereitet ein Lithiumabbau-Projekt in C\u00ednovec im Erzgebirge vor und k\u00f6nnte sich dadurch nicht nur als Strom-, sondern auch als Lithiumlieferant einbringen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-normal-font-size\">Ende Juli 2021 unterzeichneten die tschechische Regierung und \u010cEZ ein Memorandum, welches den Boden f\u00fcr das Projekt einer Batteriezellenproduktion f\u00fcr Elektrofahrzeuge bereiten soll. Sie bezeichneten es als \u201eweiteren Schritt zum Aufbau einer Gigafactory\u201c und als Voraussetzung f\u00fcr Vereinbarungen mit weiteren m\u00f6glichen Investoren aus der Auto- oder Batterieindustrie. Das mit einer j\u00e4hrlichen Produktionskapazit\u00e4t von bis zu 40 Gigawattstunden angedachte Vorhaben erfordert eine Investition von 52 Milliarden Kronen (umgerechnet rund 2 Mrd. Euro).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-normal-font-size\">Die Regierung steht mit zwei potenziellen Investoren in Verhandlungen. Einer ist Pressemeldungen zufolge der Volkswagen-Konzern, zu dem \u0160koda Auto geh\u00f6rt. Im Fr\u00fchjahr hatte Volkswagen angek\u00fcndigt, bis 2030 in Europa sechs Batteriezellenwerke f\u00fcr seine Elektroautos bauen zu wollen. Als weiterer Interessent wird der s\u00fcdkoreanische Elektronikkonzern LG gehandelt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color\" style=\"color:#017f51;font-size:19px\"><strong>Auch der Zuliefersektor muss sich neu aufstellen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-normal-font-size\">Ein solch strategisches Projekt mit seiner Wertsch\u00f6pfungskette w\u00fcrde den \u00dcbergang der Fahrzeugbranche auf das neue, gr\u00fcne Niveau unterst\u00fctzen. Die Gr\u00f6\u00dfe der tschechischen Autoindustrie ruft geradezu danach. Das Land war nach Angaben des Verbandes der europ\u00e4ischen Automobilhersteller ACEA 2020 drittgr\u00f6\u00dfter Pkw-Hersteller in der EU, da Frankreich unter Corona schw\u00e4cher abschnitt. Weltweit war es Rang zehn. Kraftfahrzeugproduzenten und Zulieferer leisten fast 10 % der tschechischen Bruttowertsch\u00f6pfung. Von der Zukunftsf\u00e4higkeit der Branche h\u00e4ngt die hochindustrialisierte Volkswirtschaft ab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-normal-font-size\">Dabei kommt es auch auf den Zuliefersektor an. Die Daten aus dem Vor-Corona-Jahr, in dem die Kraftfahrzeugbranche ihre bislang besten Zahlen vorlegte, zeigen: Von 1,26 Billionen Kronen, die die Kraftfahrzeugindustrie umsetzte (rund 49,2 Mrd. Euro), entfiel mehr als die H\u00e4lfte auf die Herstellung von Motoren, Teilen und Zubeh\u00f6r. In der Zulieferdatenbank, die Tschechiens Investitionsf\u00f6rderagentur CzechInvest f\u00fchrt, sind \u00fcber 900 Unternehmen erfasst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-text-color\" style=\"color:#017f51;font-size:50px\"><strong>63.340<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-text-color\" style=\"color:#017f51;font-size:26px\">produzierte Elektroautos in Tschechien <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\" style=\"font-size:12px\">*1. Halbjahr 2021, inkl. Plug-in-Hybrid<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color\" style=\"color:#017f51;font-size:19px\"><strong>Wasserstoff wird sich zuerst im Verkehr lohnen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-normal-font-size\">Bei der Diversifizierung und als Chance f\u00fcr innovative Unternehmen kommt neben der Elektromobilit\u00e4t auch der Energietr\u00e4ger Wasserstoff ins Spiel. Die Wasserstoffstrategie der Tschechischen Republik sieht die Vorteile einer m\u00f6glichen Produktion von Wasserstofffahrzeugen und Komponenten f\u00fcr die Transformation der Kraftfahrzeugindustrie. Sie geht davon aus, dass Wasserstoff sich zuerst im Verkehr als wettbewerbsf\u00e4hige Alternative zu fossilen Treibstoffen rechnen wird, was etwa 2027 eintreten d\u00fcrfte. Fr\u00fcher kann es dort der Fall sein, wo Wasserstoff in der N\u00e4he seiner Produktionsst\u00e4tte getankt werden kann, so dass die Transportkosten entfallen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-normal-font-size\">Um Produktion und Nachfrage m\u00f6glichst effizient aufeinander abzustimmen, wird bei der Entwicklung des Wasserstoffverkehrs zun\u00e4chst eine Unterst\u00fctzung in den Segmenten Ferng\u00fcterverkehr, Eisenbahn und st\u00e4dtische Busverkehre angestrebt. Potenzial sieht die Strategie auch im individuellen Personentransport, bei innerbetrieblichen Transporten und kommunalen Fahrzeugen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color\" style=\"color:#017f51;font-size:19px\"><strong>Erste Wasserstoff-Tankstellen im Aufbau<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-normal-font-size\">Noch 2021 k\u00f6nnte Wasserstoff in Tschechien erstmals \u00f6ffentlich getankt werden. Die zum polnischen Mineral\u00f6lkonzern PKN Orlen geh\u00f6rende Gruppe Orlen Unipetrol baut mit EU-Hilfen Wasserstofftankstellen in sechs tschechischen St\u00e4dten auf und arbeitet an einer H<sub>2<\/sub>-Wertsch\u00f6pfungskette in Mitteleuropa. Geplant sind in Tschechien 22 weitere Tankstellen und eine Produktion gr\u00fcnen Wasserstoffs, der im Verkehrssektor zum Einsatz kommen soll. Aktuell ist Orlen Unipetrol Tschechiens gr\u00f6\u00dfter Hersteller von grauem, das hei\u00dft aus fossilen Brennstoffen gewonnenem Wasserstoff.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-normal-font-size\">Als gr\u00f6\u00dftes Hindernis f\u00fcr eine rasche Durchsetzung der Wasserstoffmobilit\u00e4t nennt die Strategie die hohen Kosten f\u00fcr Brennstoffzellenfahrzeuge und die fehlende Infrastruktur.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color\" style=\"color:#017f51;font-size:19px\"><strong>EU-F\u00f6rdermittel finanzieren saubere Autos und Ladestationen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-normal-font-size\">Obwohl die Elektromobilit\u00e4t einen Schritt weiter ist, ist auch sie wegen dieser beiden Faktoren \u2013 Kosten und Infrastruktur \u2013 bei tschechischen Unternehmen und B\u00fcrgern noch nicht richtig angekommen. Hier sollen frische Mittel aus verschiedenen EU-Fonds Anreize setzen. Als erstes d\u00fcrfte der Nationale Aufbauplan Gelder f\u00fcr Projekte zur Elektro- und Wasserstoffmobilit\u00e4t bereitstellen. Er speist sich aus der Aufbau- und Resilienzfazilit\u00e4t des Programm NextGenerationEU. Nach dem gr\u00fcnen Licht der EU-Kommission erhielt Tschechien f\u00fcr seinen Plan Anfang September auch die Zustimmung der EU-Finanzminister. Das setzte die erste Tranche frei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-normal-font-size\">F\u00fcr die Entwicklung einer sauberen Mobilit\u00e4t sind im Aufbauplan bis 2026 rund 192 Millionen Euro eingeplant. Da die Mittel an Reformen gebunden sind, hat eine Novelle der \u00f6ffentlichen Beschaffungsregeln erg\u00e4nzend Quoten f\u00fcr emissionsfreie Fahrzeuge eingef\u00fchrt. Mit den Aufbaugeldern will Tschechien unter anderem den Kauf von mehr als 5.000 sauberen Fahrzeugen und 4.500 elektrischen Ladestationen unterst\u00fctzen. Neben der \u00f6ffentlichen Hand kommen Unternehmen zum Zuge. Speziell Ladevorrichtungen und dazugeh\u00f6rige Ausr\u00fcstungen unterst\u00fctzt der Plan auch \u00fcber das neue Geb\u00e4udeenergieeffizienz-Programm Nov\u00e1 zelen\u00e1 \u00faspor\u00e1m.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-normal-font-size\">Die nationalen Ziele sind ehrgeizig: Bis 2030 will Tschechien 220.000 bis 300.000 Elektrofahrzeuge auf seinen Stra\u00dfen haben (darunter 800 bis 1.200 Elektrobusse). Hinzu kommen 40.000 bis 50.000 Wasserstofffahrzeuge (800 bis 900 Busse). Um das Ruder in diese Richtung zu lenken, sollen weitere 625 Millionen Euro an Koh\u00e4sionsfondsmitteln f\u00fcr den Aufbau von Ladestationen und den Einkauf von Elektrofahrzeugen durch Unternehmen und den \u00f6ffentlichen Nahverkehr eingesetzt werden. Das ist nicht neu. Schon bisher basierten Tschechiens Subventionen alternativer Antriebe auf EU-F\u00f6rdermitteln und richteten sich an Firmen, Kommunen und Betreiber des \u00f6ffentlichen Nahverkehrs.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/emagazin.plus\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/63_ENYAQ_iV_DPL-1-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6724\" width=\"800\" height=\"500\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color\" style=\"color:#017f51;font-size:19px\"><strong>Systematische Hilfen erw\u00fcnscht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-normal-font-size\">Die Autohersteller w\u00fcnschen sich mehr als das, um den Markt zu z\u00fcnden. Der Verband der Autoimporteure SDA hat die Regierung im Sommer aufgefordert, den \u00f6kologischen Verkehr aktiver zu unterst\u00fctzen. Tschechien liege bei der Anmeldung emissionsarmer Autos und mit einem im Schnitt \u00fcber 15 Jahre alten Fahrzeugbestand weit hinter anderen L\u00e4ndern. Obwohl die Registrierung von neuen Elektrowagen zunimmt, betrug ihr Anteil bei den Neuanmeldungen 2020 erst 2,6 %. Im EU-Durchschnitt sind es SDA zufolge 11,4 %.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-normal-font-size\">Der Verband schl\u00e4gt vor, den Kauf von neuen emissionsarmen Fahrzeugen zwei Jahre lang zu subventionieren \u2013 mit 200.000 Kronen (nicht ganz 8.000 Euro) f\u00fcr BEV und Wasserstoffautos sowie der H\u00e4lfte f\u00fcr PHEV. Auch soll die steuerliche Belastung f\u00fcr Arbeitnehmer gesenkt werden, die im Fall der privaten Nutzung eines elektrischen Dienstwagens h\u00f6her ist als bei einem Diesel oder Benzin tankenden. Bestehende finanzielle Vorteile (kostenloses Parken in St\u00e4dten wie Prag oder Ostrava, Befreiung von der Maut, Nachlass bei der Stra\u00dfensteuer) reichten als Motivation weder f\u00fcr Privat- noch Firmenkunden aus.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-background-color has-text-color has-background\" style=\"color:#017f51;font-size:19px\"><strong>Tschechiens Wasserstoffstrategie als Chance f\u00fcr die Industrie<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-cyan-bluish-gray-background-color has-text-color has-background\">Die tschechische Regierung hat am 26. Juli 2021 eine Nationale Wasserstoffstrategie verabschiedet. \u201eEs wird eine gef\u00f6rderte Branche sein, mit dem Ziel, Wasserstofftechnologien in Industrie, Energiewirtschaft und Verkehr zu bringen\u201c, erkl\u00e4rte Vizepremier und Industrieminister Karel Havl\u00ed\u010dek, dessen Ressort f\u00fcr das Dokument verantwortlich zeichnet. F\u00f6rderung kommt aus verschiedenen Programmen, die aus EU-Fonds oder nationalen Mitteln finanziert werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-cyan-bluish-gray-background-color has-text-color has-background\">Die Strategie beruht auf vier S\u00e4ulen: 1. Herstellung, 2. Nutzung von kohlenstoffarmem Wasserstoff, 3. Wasserstofftransport, 4. Technologieentwicklung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-cyan-bluish-gray-background-color has-text-color has-background\">Bei der Wasserstoffproduktion setzt Tschechien nicht nur auf erneuerbare Energien, sondern auch andere alternative Quellen: Erdgas mit Auffangen und Bearbeitung des entstandenen Kohlenstoffdioxids (CO<sub>2<\/sub>); Pyrolyse und Plasmavergasung von organischen Abf\u00e4llen; Elektrizit\u00e4t oder W\u00e4rme aus Atomkraftwerken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-cyan-bluish-gray-background-color has-text-color has-background\">Zum Einsatz kommen soll Wasserstoff zu Beginn im Verkehr, aber auch in der Chemie. Mit sinkenden Preisen d\u00fcrfte er dann f\u00fcr die Energiewirtschaft und andere Industriebetriebe lohnend werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-cyan-bluish-gray-background-color has-text-color has-background\">Der Bedarf der Wirtschaft an CO<sub>2<\/sub>-armem Wasserstoff wird im Jahr 2050 auf 1,7 Millionen Tonnen gesch\u00e4tzt. Die Strategie rechnet nicht damit, dass dies aus nationaler Produktion zu leisten ist, was Importe n\u00f6tig macht. Die Vorbereitung der Gasleitungen auf den Wasserstofftransport gelten als essenziell &#8211; auch um Tschechiens Stellung als Transitland zu sichern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-cyan-bluish-gray-background-color has-text-color has-background\">Bei Forschung und Entwicklung geht es um Komponenten f\u00fcr Wasserstofffahrzeuge und -infrastrukturen, um Fahrzeuge (Busse, Lkw, Pkw) und Anlagen zur Erzeugung (Elektrolyse, Pyrolyse). Daraus ergeben sich auch Chancen f\u00fcr eine Diversifizierung des stark auf den Kraftfahrzeugbau fokussierten verarbeitenden Gewerbes.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-normal-font-size\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-normal-font-size\">Text: Miriam Neubert, Germany Trade &amp; Invest                                                                                                                                                                                                    <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-normal-font-size\">Fotos: \u0160koda Auto<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend sich die Elektromobilit\u00e4t zu entwickeln beginnt, werden Gesch\u00e4ftsmodelle zur Wasserstoffmobilit\u00e4t noch gesucht. 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