{"id":9965,"date":"2025-05-08T14:34:58","date_gmt":"2025-05-08T12:34:58","guid":{"rendered":"https:\/\/emagazin.plus\/?p=9965"},"modified":"2025-06-23T10:37:44","modified_gmt":"2025-06-23T08:37:44","slug":"autoland-tschechien-sorgt-sich-um-wettbewerbsfaehigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/emagazin.plus\/cz\/autoland-tschechien-sorgt-sich-um-wettbewerbsfaehigkeit\/","title":{"rendered":"Autoland Tschechien sorgt sich um Wettbewerbsf\u00e4higkeit"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von <strong>Gerit Schulze<\/strong> | Germany Trade &amp; Invest<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-1 wp-block-paragraph\" style=\"color:#f39200\"><strong>Die enge Verzahnung der tschechischen Autoindustrie mit Deutschland bereitet der Branche derzeit gro\u00dfe Sorgen. Immer weniger Werke sind ausgelastet, Entlassungen sind die Folge<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color has-large-font-size wp-elements-2 wp-block-paragraph\" style=\"color:#f39200\"><strong>Markttrends<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die tschechische Fahrzeugindustrie erzielte 2024 einen historischen H\u00f6chstwert. Doch die Vorzeichen f\u00fcr eine Krise verst\u00e4rken sich, immer mehr Zulieferer schlie\u00dfen ihre Werke. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Tschechien bleibt ein Autoland. Sowohl bei den Neuzulassungen als auch bei der Produktion stiegen die Volumina 2024 deutlich. Die gestiegene Kaufkraft und sinkende Zinsen verbessern die Konsumlaune und sorgten bei den Neuwagenverk\u00e4ufen f\u00fcr einen Zuwachs um 5 %. Ob sich dieser Trend 2025 fortsetzt, bleibt abzuwarten. In den ersten beiden Monaten 2025 sank die Zahl der Neuzulassungen um 4 % gegen\u00fcber der Vorjahresperiode. Laut Experten besteht aber immer noch eine aufgestaute Nachfrage aus den Vorjahren. PricewaterhouseCoopers (PwC) rechnet f\u00fcr 2025 mit einem Neuwagenabsatz von 225.000 bis 240.000 Pkw.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"533\" src=\"https:\/\/emagazin.plus\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/IMG1701Skoda_IMG_20250416-2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9981\" srcset=\"https:\/\/emagazin.plus\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/IMG1701Skoda_IMG_20250416-2.jpg 800w, https:\/\/emagazin.plus\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/IMG1701Skoda_IMG_20250416-2-300x200.jpg 300w, https:\/\/emagazin.plus\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/IMG1701Skoda_IMG_20250416-2-768x512.jpg 768w, https:\/\/emagazin.plus\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/IMG1701Skoda_IMG_20250416-2-272x182.jpg 272w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Foto: \u0160koda Auto<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-3 wp-block-paragraph\" style=\"color:#f39200\"><strong><strong>Rekordproduktion trotz vieler Herausforderungen<\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Tschechiens Fahrzeughersteller konnten ihre Produktion 2024 \u00fcberraschend um 4 % ausweiten. Obwohl die Herausforderungen auf den wichtigsten Absatzm\u00e4rkten gro\u00df sind, bedeuteten 1,45 Millionen Pkw einen historischen Rekord f\u00fcr das Land. Daran anzukn\u00fcpfen d\u00fcrfte aber schwer sein. Denn schon im Schlussquartal lagen die Produktionszahlen deutlich unter dem Vorjahreswert. Im Januar 2025 betrug das Minus sogar 14 % im Vergleich zum Vorjahresmonat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die erwarteten Zollerh\u00f6hungen der USA f\u00fcr EU-Autos treffen die Industrie nur mittelbar, denn auf dem weltgr\u00f6\u00dften Absatzmarkt werden bislang kaum tschechische Autos verkauft (Exportwert 2024: 2,4 Millionen Euro). Allerdings d\u00fcrften viele Zulieferer unter den Z\u00f6llen leiden, die f\u00fcr deutsche Premiumhersteller wie Porsche oder Mercedes-Benz produzieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Autohersteller im Land bereiten sich darauf vor, mehr Elektroautos zu verkaufen, um die strengeren EU-Grenzwerte f\u00fcr den CO2-Aussto\u00df einzuhalten. Bei Toyota im Werk Kol\u00edn entfiel bereits 2024 die H\u00e4lfte der Produktion auf das Hybrid-Modell Yaris. \u0160koda Auto produziert seit Januar 2025 das neue vollelektrische Kompakt-SUV Elroq am Firmensitz Mlad\u00e1 Boleslav. T\u00e4glich sollen dort 600 Einheiten vom Band laufen. Daf\u00fcr wurde die Produktion des Octavia teilweise in das Werk Kvasiny verlegt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ab 2026 bringt \u0160koda mit dem Crossover-SUV Epiq ein drittes Elektromodell auf den Markt. Nach Firmenangaben ist die Produktionslinie in Mlad\u00e1 Boleslav die einzige innerhalb des Volkswagen-Konzerns, auf der gleichzeitig Verbrennerautos und Elektroautos gefertigt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-4 wp-block-paragraph\" style=\"color:#f39200\"><strong>Neues Elektroauto erreicht Preisparit\u00e4t mit Verbrennern<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit dem Elroq verbindet \u0160koda Auto gro\u00dfe Hoffnungen, weil er in vielen M\u00e4rkten in Preisparit\u00e4t zum Verbrennermodell Karoq angeboten wird. Das kostet laut dem Hersteller zwar Marge, sorgt aber daf\u00fcr, dass ein Elektroauto nun preislich mit Benzinermodellen mithalten kann. Das k\u00f6nnte die Verkaufszahlen befl\u00fcgeln. Zwischen der Pr\u00e4sentation im Oktober 2024 und Jahresende 2024 gingen bei \u0160koda bereits 20.000 Vorbestellungen f\u00fcr den Elroq ein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dennoch d\u00fcrfte es f\u00fcr Tschechiens Autoindustrie schwer werden, 2025 die Rekorde des Vorjahres zu wiederholen. Die Hyundai-Fabrik in No\u0161ovice hat seit Jahresbeginn die Produktion gedrosselt. Im Februar 2025 wurden die B\u00e4nder an zwei Tagen ganz angehalten. Au\u00dferdem wurden 100 Besch\u00e4ftigte entlassen. Damit reagiert der Hersteller auf die sinkende Nachfrage.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-5 wp-block-paragraph\" style=\"color:#f39200\"><strong><strong>Zulieferer bauen Stellen ab<\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch im Zulieferbereich berichten immer mehr Unternehmen \u00fcber Stellenk\u00fcrzungen oder gar Werksschlie\u00dfungen. Sie leiden vor allem unter der geringeren Nachfrage der deutschen Automobilindustrie. Der Autositzhersteller Adient will zwei Werke in Tschechien schlie\u00dfen und 1.100 Besch\u00e4ftigte entlassen. In Prag stellt der Reifenhersteller Mitas nach \u00fcber 90 Jahren seine Produktion ein. Die Fabrik ist nach Angaben der japanischen Muttergesellschaft ineffizient und technisch veraltet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Studie des Internationalen W\u00e4hrungsfonds (IMF) von Oktober 2024 zeigte die Gefahren auf, die Tschechien durch den Technologiewandel in der Antriebstechnologie drohen. Demnach werde die Wirtschaftsleistung in den kommenden f\u00fcnf Jahren um etwa 1,5 % schrumpfen, weil die Nachfrage nach lokal produzierten Komponenten f\u00fcr Verbrennerautos abnimmt. Da Elektrofahrzeuge weniger mechanische Teile ben\u00f6tigen, wird die Nachfrage nach Komponenten aus Tschechien sinken. Au\u00dferdem k\u00f6nnten chinesische Hersteller den Marktanteil tschechischer Autobauer nach unten dr\u00fccken, hei\u00dft es in dem Arbeitspapier. Der IMF empfiehlt Prag, Direktinvestitionen aus China f\u00fcr die Produktion von Elektroautos anzulocken. Au\u00dferdem sollte das Land mehr in Forschung und Entwicklung investieren und die Arbeitskr\u00e4fte auf Zukunftsbranchen umschulen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Relativ wenig Gefahren drohen den tschechischen Fahrzeugherstellern durch die angedrohten Zollerh\u00f6hungen von Donald Trump. Die USA spielen als Absatzmarkt bislang kaum eine Rolle. Der Wert der Pkw-Ausfuhren betrug 2023 lediglich 4,2 Millionen Euro, im Jahre 2024 nur 2,4 Millionen Euro. Die wichtigsten Absatzm\u00e4rkte liegen in Europa, und die Zukunftsm\u00e4rkte sind eher asiatische L\u00e4nder wie Indien oder Vietnam.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-6 wp-block-paragraph\" style=\"color:#f39200\"><strong><strong><strong>Deutsche Premiummarken verlieren Marktanteile<\/strong><\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">An der Marke \u0160koda kommt in Tschechien niemand vorbei. Die einheimische VW-Tochter kam 2024 bei den Neuzulassungen auf einen Marktanteil von 34 %. Das waren 1,3 Prozentpunkte weniger als im Jahr zuvor. Zusammen mit seinen sieben weiteren Pkw-Marken dominiert der Volkswagen-Konzern bislang das Neuwagengesch\u00e4ft im Nachbarland. Allerdings verbuchten die Konzernmarken Seat und Volkswagen 2024 die gr\u00f6\u00dften R\u00fcckg\u00e4nge bei den Verkaufszahlen. Auch Mercedes-Benz, BMW und Kia verloren Marktanteile aufgrund gesunkener Abs\u00e4tze. \u00dcberdurchschnittlich zugelegt haben dagegen Tesla, Volvo, Toyota, Dacia und MG.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die mit weitem Abstand beliebteste Fahrzeugklasse in Tschechien sind SUV. Sie kamen 2024 auf einen Marktanteil von 48 % bei den Neuwagenverk\u00e4ufen. Dahinter folgt die untere Mittelklasse, zu der der \u0160koda Oktavia geh\u00f6rt, mit 16 % Marktanteil. Dabei ist zu ber\u00fccksichtigen, dass drei Viertel der Neuwagen auf Firmen zugelassen werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dominierender Treibstoff bei neu zugelassenen Fahrzeugen war Benzin (66 %) vor Diesel (25 %) und reinen Batterieautos (5 %).<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color has-large-font-size wp-elements-7 wp-block-paragraph\" style=\"color:#f39200\"><strong><strong>E-Mobility<\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"422\" src=\"https:\/\/emagazin.plus\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/shutterstock_2454822319.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9989\" srcset=\"https:\/\/emagazin.plus\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/shutterstock_2454822319.jpg 800w, https:\/\/emagazin.plus\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/shutterstock_2454822319-300x158.jpg 300w, https:\/\/emagazin.plus\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/shutterstock_2454822319-768x405.jpg 768w, https:\/\/emagazin.plus\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/shutterstock_2454822319-390x205.jpg 390w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Foto: Shutterstock<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Tschechien erlebte 2024 einen unerwarteten Aufschwung beim Verkauf von Elektroautos. Doch der Trend k\u00f6nnte schon 2025 wieder vorbei sein, weil das F\u00f6rderprogramm ausgelaufen ist. Tschechien erlebte 2024 einen unerwarteten Aufschwung beim Verkauf von Elektroautos. Doch der Trend k\u00f6nnte schon 2025 wieder vorbei sein, weil das F\u00f6rderprogramm ausgelaufen ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Noch 2023 geh\u00f6rte Tschechien zu Europas Schlusslichtern beim Verkauf von Elektroautos. Ein F\u00f6rderprogramm der Regierung sorgte 2024 f\u00fcr eine Trendumkehr. Der Absatz von batteriebetriebenen Fahrzeugen wuchs gegen\u00fcber dem Vorjahr um fast zwei Drittel auf knapp 11.000 Pkw. Bei leichten Nutzfahrzeugen stiegen die Neuzulassungen um 76 % auf 622 Einheiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Grund war ein F\u00f6rderprogramm, das die Regierung im M\u00e4rz 2024 startete. Mit EU-Mitteln aus dem Nationalen Wiederaufbauplan bekamen Unternehmen bei der Anschaffung eines Elektroautos bis zu 12.000 Euro Zuschuss. Au\u00dferdem wurde der Bau von Lades\u00e4ulen subventioniert. Der mit 80 Millionen Euro ausgestattete Projekttopf war schon Ende Oktober 2024 ausgesch\u00f6pft. Bis dahin wurden rund 5.900 F\u00f6rderantr\u00e4ge f\u00fcr den Kauf eines elektrischen Firmenwagens gestellt. Das entspricht der H\u00e4lfte des Gesamtmarktes f\u00fcr 2024.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-8 wp-block-paragraph\" style=\"color:#f39200\"><strong><strong><strong>Kaum Kaufanreize f\u00fcr K\u00e4ufer von Elektroautos<\/strong><\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Regierung plant vorerst nicht, das Programm zu verl\u00e4ngern. Daher d\u00fcrfte der Markt f\u00fcr Elektrofahrzeuge 2025 langsamer wachsen oder gar schrumpfen. Von Privatkunden sind angesichts fehlender Kaufanreize keine Impulse zu erwarten. Die wenigen Vorteile \u2013 wie die geb\u00fchrenfreie Nutzung der Autobahnen oder kostenloses Parken im Stadtzentrum von Prag \u2013 stehen auf dem Pr\u00fcfstand.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">R\u00fcckenwind f\u00fcr die Technologie gibt es jedoch auf der Anbieterseite. \u0160koda verkauft mit dem Kompakt-SUV Elroq seit diesem Jahr erstmals ein vollelektrisches Auto, das \u00e4hnlich viel kostet wie das Verbrennerpendant. Ab 2026 bringt der einheimische Hersteller mit dem Crossover-SUV Epiq ein noch g\u00fcnstigeres Batteriemodell auf den Markt, das rund 25.000 Euro kosten und eine Reichweite von 400 Kilometern haben soll.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Standort Mlad\u00e1 Boleslav entwickelt sich f\u00fcr die Volkswagen-Gruppe immer mehr zu einem Schwerpunkt der Elektromobilit\u00e4t. Dort wurden 2024 rund 227.000 Traktionsbatterien f\u00fcr die Elektroautos des Konzerns hergestellt. Au\u00dferdem knapp 54.000 Batterien f\u00fcr Plug-in-Hybride.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-9 wp-block-paragraph\" style=\"color:#f39200\"><strong><strong><strong>Nur ein Zehntel der Fahrzeugproduktion mit Batterieantrieb<\/strong><\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotz dieser guten Zahlen sank die Produktion von Elektroautos und Pkw mit Plug-in-Hybridantrieb in Tschechien 2024 um 16 %. Die rund 150.000 Fahrzeuge bedeuteten einen Anteil von lediglich 10 % an der Gesamtproduktion. Zwei Drittel davon produzierte \u0160koda Auto, ein Drittel Hyundai.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf dem Neuwagenmarkt bleibt der Anteil der Elektromobilit\u00e4t trotz der hohen Zuwachsraten 2024 niedrig. Die knapp 11.000 neu zugelassenen Pkw mit Batterieantrieb entsprachen einem Marktanteil von unter 5 %, womit Tschechien zu den Schlusslichtern in Europa z\u00e4hlt. Der EU-Durchschnitt lag 2024 bei 14 %.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Au\u00dferdem zeigen die Zulassungszahlen f\u00fcr die ersten beiden Monate 2025, dass Tesla auch in Tschechien massiv an Popularit\u00e4t verloren hat.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"574\" height=\"679\" src=\"https:\/\/emagazin.plus\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Meistverkaufte-E-Autos-Kopie.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-10015\" srcset=\"https:\/\/emagazin.plus\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Meistverkaufte-E-Autos-Kopie.png 574w, https:\/\/emagazin.plus\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Meistverkaufte-E-Autos-Kopie-254x300.png 254w\" sizes=\"auto, (max-width: 574px) 100vw, 574px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-10 wp-block-paragraph\" style=\"color:#f39200\"><strong><strong><strong><strong>Zu wenig ultraschnelle Ladepunkte<\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die starken Vorbehalte gegen\u00fcber der neuen Antriebstechnologie r\u00fchren in Tschechien auch daher, dass die Ladeinfrastruktur nicht fl\u00e4chendeckend vorhanden ist. Zwar gibt es in den Gro\u00dfst\u00e4dten und entlang der wichtigen Autobahnen gen\u00fcgend Lades\u00e4ulen. H\u00e4ufig haben diese aber nur eine Leistung von maximal 50 Kilowatt. Ultraschnelllader von 150 Kilowatt und mehr sind noch selten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ende 2024 gab es laut tschechischem Industrieministerium 2.835 Ladestationen mit \u00fcber 5.000 Ladepunkten. Auf sie kommen zurzeit rund 31.000 zugelassene Batterieautos und 21.000 Plug-in-Hybride. Weniger als 300 Standorte boten die M\u00f6glichkeit des Ultraschnellladens an.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Betreiber von Lades\u00e4ulen ist das Gesch\u00e4ft herausfordernd. Sie investieren zwar kr\u00e4ftig in den Ausbau des Netzes, doch die Nutzung bleibt unter den Erwartungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u010cEZ will die Zahl seiner Ladepunkte 2025 von derzeit rund 820 auf \u00fcber 1.000 erh\u00f6hen. Der Schwerpunkt soll auf Ultraschnellladern liegen. Auch PRE will dieses Jahr die Ladeleistung bestehender Standorte erh\u00f6hen. Der Mineral\u00f6lkonzern Orlen Unipetrol plant den Ausbau seiner Standorte von bislang 100 Ladestationen auf 1.800 im Jahr 2030. E.on k\u00fcndigte f\u00fcr 2025 eine erste Ladestation f\u00fcr Elektrotrucks an. Zurzeit sind in Tschechien weniger als 30 Batterie-Lkw mit einer Gesamtmasse von mehr als 12 Tonnen registriert.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color has-large-font-size wp-elements-11 wp-block-paragraph\" style=\"color:#f39200\"><strong><strong><strong><strong>Branchenstruktur<\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neben drei gro\u00dfen Autobauern sind rund 900 Zulieferer in Tschechien t\u00e4tig. Sie sind eng mit dem EU-Markt verbunden und haben derzeit nur wenig Spielraum f\u00fcr neue Investitionen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Fahrzeugindustrie ist Tschechiens wichtigste Wirtschaftsbranche. Laut Automobilverband AutoSAP entfallen 9 % des Bruttoinlandsproduktes und ein Viertel aller Exporte auf den Automobilsektor. Mit \u0160koda Auto (Volkswagen), Hyundai und Toyota produzieren drei Weltkonzerne Pkw in Tschechien. Au\u00dferdem haben sich wichtige Original Equipment Manufacturers (OEM) wie Bosch, Continental oder Brose sowie leistungsf\u00e4hige Zulieferer angesiedelt. Dar\u00fcber hinaus gibt es namhafte Produzenten von Lkw, Bussen und Motorr\u00e4dern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erstmals seit vier Jahren ist der Produktionsindex der Branche 2024 kalenderbereinigt gesunken. Das Statistikamt ermittelte bis November 2024 einen R\u00fcckgang um 1,5 %. Auch der Wert der Neuauftr\u00e4ge legte mit knapp 6 % so langsam zu wie seit 2020 nicht mehr. Auf dem Heimatmarkt w\u00e4chst das Ordervolumen nur halb so stark wie bei ausl\u00e4ndischen Kunden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1017\" height=\"311\" src=\"https:\/\/emagazin.plus\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/KFZ-produktion.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-9996\" srcset=\"https:\/\/emagazin.plus\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/KFZ-produktion.png 1017w, https:\/\/emagazin.plus\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/KFZ-produktion-300x92.png 300w, https:\/\/emagazin.plus\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/KFZ-produktion-768x235.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1017px) 100vw, 1017px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-12 wp-block-paragraph\" style=\"color:#f39200\"><strong><strong><strong><strong>Europa ist der wichtigste Absatzmarkt<\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ungeachtet der schwachen Marktentwicklung in Europa erreichte Tschechiens Autoproduktion 2024 den Rekordwert von 1,45 Millionen Pkw. Das erstaunte, da die EU der wichtigste Absatzmarkt ist und dort die Neuzulassungen kaum gewachsen sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcber 70 % der Pkw-Exporte gingen 2023 in die EU. Weitere 15 % verkauften die drei Hersteller im Vereinigten K\u00f6nigreich, in der Schweiz und in Norwegen. M\u00e4rkte in \u00dcbersee spielen bislang nur eine Nebenrolle. Insofern kann Tschechien relativ entspannt auf die Entwicklungen in China und den USA blicken. Allerdings sind die Zuwachsraten in Asien (von einem niedrigen Niveau ausgehend) besonders hoch. Der Absatz in Vietnam zum Beispiel hatte sich 2023 gegen\u00fcber dem Vorjahr verzwanzigfacht (auf 6 Millionen Euro). In Indien stieg der Wert der tschechischen Pkw-Verk\u00e4ufe um fast 850 %.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-13 wp-block-paragraph\" style=\"color:#f39200\"><strong><strong><strong><strong><strong>Auch \u0160koda muss Stellen abbauen<\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u0160koda Auto ist der f\u00fchrende Fahrzeughersteller im Land. Nach Angaben von AutoSAP produzierte die Volkswagen-Tochter 2024 in Tschechien knapp 900.000 Fahrzeuge. Neben Pkw liefen am Stammsitz Mlad\u00e1 Boleslav auch 500.000 Motoren sowie 355.000 manuelle Getriebe vom Band. Au\u00dferdem werden dort Batterien f\u00fcr Elektrofahrzeuge des Konzerns montiert. Am Standort Vrchlab\u00ed produzierte \u0160koda Auto \u00fcber 700.000 Automatikgetriebe. Das gute Jahr 2024 t\u00e4uscht nicht dar\u00fcber hinweg, dass auch der gr\u00f6\u00dfte Autohersteller im Land \u00dcberkapazit\u00e4ten hat. Bis 2028 sollen dort laut Medienberichten 1.200 Stellen abgebaut werden.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"482\" height=\"329\" src=\"https:\/\/emagazin.plus\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/PKW-Produktion.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-9998\" srcset=\"https:\/\/emagazin.plus\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/PKW-Produktion.png 482w, https:\/\/emagazin.plus\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/PKW-Produktion-300x205.png 300w, https:\/\/emagazin.plus\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/PKW-Produktion-130x90.png 130w\" sizes=\"auto, (max-width: 482px) 100vw, 482px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach zwei Jahren Wachstum in Folge ging die Produktion bei Hyundai in No\u0161ovice leicht zur\u00fcck. Das Werk hatte fr\u00fch den Technologiewandel zu Batterieautos und Plug-in-Hybriden in Angriff genommen. Bis 2030 soll sich der Anteil der dort produzierten Elektroautos auf 70 % erh\u00f6hen. Doch die schwache Nachfrage in Europa sorgte 2024 f\u00fcr negative Zahlen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei Toyota im Werk Kol\u00edn stiegen die Produktionszahlen auf den h\u00f6chsten Stand seit der Coronapandemie. Die Lieferprobleme bei Subunternehmen scheinen vorerst \u00fcberwunden zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Gro\u00dfteil der Ums\u00e4tze in der tschechischen Kfz-Industrie entsteht in Unternehmen unter ausl\u00e4ndischer Kontrolle. Dutzende der weltweit wichtigsten TIER-1-Unternehmen und Hunderte von Zulieferfirmen fertigen im Land. Die umsatzst\u00e4rksten sind Continental, Bosch, Mobis und Faurecia. Aktuell zeichnet sich eine Abk\u00fchlung in Tschechiens Vorzeigebranche ab. Der Chef des Branchenverbands AutoSAP, Zden\u011bk Petzl, erkl\u00e4rte, dass die drei gro\u00dfen deutschen Automobilkonzerne derzeit nur schwach ausgelastet sind und sich das direkt auf die tschechischen Zulieferer auswirke. Erste Werke wurden geschlossen, viele Fabriken wollen Personal entlassen.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-14 wp-block-paragraph\" style=\"color:#f39200\"><strong><strong><strong><strong><strong>Hoher Bedarf an Komponenten<\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Rekordjahr 2024 bei der Fahrzeugproduktion f\u00fchrte auch zu wachsendem Bedarf an Kfz-Teilen. Im Zeitraum Januar bis September 2024 legten die Importe laut Eurostat gegen\u00fcber dem Vorjahreszeitraum um knapp 5 % auf 13,9 Milliarden Euro zu. Deutschland blieb mit einem Anteil von 35 % des Lieferwertes das mit Abstand wichtigste Herkunftsland, verlor aber Marktanteile. Dahinter folgten Polen, die Slowakei und S\u00fcdkorea.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-15 wp-block-paragraph\" style=\"color:#f39200\"><strong><strong><strong><strong><strong>Nur wenig Neuinvestitionen<\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anders als in der Vergangenheit gibt es kaum Direktinvestitionen in neue Zulieferbetriebe. Die Unternehmen optimieren allerdings ihre Produktionsanlagen und versuchen vor allem, die Energiekosten zu senken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-16 wp-block-paragraph\" style=\"color:#f39200\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die enge Verzahnung der tschechischen Autoindustrie mit Deutschland bereitet der Branche derzeit gro\u00dfe Sorgen. 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