Dürre belastet Tschechiens Wirtschaft
Gerit Schulze | Germany Trade & Invest
Die Sommerdürre 2026 sorgt für wirtschaftliche Einbußen in Tschechien. Stark betroffen sind die Landwirtschaft und die Energieerzeugung. Investitionen in Wasserschutz sind nötig.
Tschechien erlebt das trockenste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1961. Das Hydrometeorologische Institut ČHMÚ meldet für ein Drittel der Landesfläche einen Mangel an Bodenfeuchtigkeit.
Das hat erhebliche Auswirkungen auf die Wirtschaft, insbesondere auf wasserintensive Branchen wie Lebensmittelindustrie, Chemie, Energie, Automobilproduktion, Datenzentren und Brauereien. Sie müssen verstärkt in Wasserrecycling (Kreislaufwirtschaft) und Regenwassernutzung investieren, um künftige Engpässe zu vermeiden. Laut ČHMÚ entnimmt Tschechiens Industrie jährlich 155 Millionen m³ Oberflächenwasser und 34 Millionen m³ Grundwasser. Das Wassergesetz sieht vor, dass bei Notlagen die Industrie nachrangig gegenüber kritischer Infrastruktur, Bevölkerung und Landwirtschaft versorgt wird.
Auch deutsche Produktionsstätten in Tschechien mit hohem Wasserbedarf sollten sich auf mögliche Einschränkungen vorbereiten. Gleichzeitig entstehen Geschäftsmöglichkeiten in den Bereichen Kreislaufwirtschaft, Wasserspeicherung, erneuerbaren Energien und Feldbewässerung.
Welche Produkte braucht Tschechien jetzt?
• Kühltechnik für Industrie und Landwirtschaft
• Vernebelungsanlagen für Ställe
• Bewässerungslösungen für die Landwirtschaft
• Sensoren zur Wettervorhersage
• Software zur Auswertung von Satellitenbildern
• Stau- und Wehrtechnik
• Technik zur Gewinnung von Regenwasser
• Kreislaufsysteme zur Wasserwiederverwertung in der Produktion
• Moderne Wasserkraftturbinen
