Real Estate 2019: Was erwartet uns?

Industrielle Immobilien

Wir erwarten, dass der Markt für industrielle Immobilien weiter wächst. Die Regionen Nordwestböhmen und Nordmähren haben momentan noch großes Potential. Für Nordwestböhmen spielt die Nähe zu Deutschland eine Rolle. Langfristig rechnen wir damit, dass der geplante Ausbau der Infrastruktur auch unsere Branche wesentlich beeinflussen wird. Zum Beispiel erwarten wir ein größeres Interesse an Projekten in Südböhmen. Die Region braucht aber eine bessere Verbindung nach Österreich. Wir müssen auch auf Trends reagieren, die sich abzeichnen oder vielmehr zurückkehren. Deutsche Firmen interessieren sich sehr für Brownfields, da kommt der Boom erst noch. Ein weiterer Trend ist der eCommerce und die damit verbundene urbane Logistik. All das hat Auswirkungen darauf, wie wir als industrieller Bauträger über die Standorte für weitere nachhaltige Projekte nachdenken.

Tomáš Míček, P3


Büroimmobilien

Die Liste von IoT-Lösungen im Immobilienbereich wird immer länger, von natürlicher Belüftung bis hin zu Belegungsanalysen, so dass auch die Kosten dafür weiter sinken. Das Einsparpotenzial bezahlbarer Technologien bei der Energie- und Raumnutzung ist groß in unserem Business, ähnlich wie bei der Müllreduzierung. Und wir erwarten, dass das weiter an Bedeutung gewinnt. Ein Nebeneffekt der Tatsache, dass diese grüne Technologie immer selbstverständlicher wird, besteht darin, dass einige der größeren Immobilienunternehmen sich nun anstrengen müssen, andere Unterschiede hervorzuheben. Für uns als Developer und Manager sowie unsere Kunden ist es unentbehrlich, auf dem neuesten IoT-Stand zu sein. Wir sind im Geschäft, um sowohl architektonisches Design als auch das lokale Umfeld zu verbessern. Das IoT spielt bei beidem eine große Rolle.

Tim Addison, CTP


Handelsimmobilien

Während Tschechien bisher von schlechten Nachrichten aus dem Einzelhandelssektor weitgehend verschont geblieben ist, wird es 2019 in Europa und den USA weitere Insolvenzfälle geben, welche dann auch hier langsam ihre Auswirkungen zeigen werden. Anhaltender Druck aus dem Onlinehandel, Digitalisierung, Technologisierung und sich ändernde Kundenwünsche zwingen Einzelhändler zu Anpassungen der Geschäftsmodelle und zu Kosteneinsparungen, z. B. durch Stellenabbau. In Tschechien sehen wir diese Auswirkungen verspätet: Gute Innenstadtlagen sind im Vergleich limitiert und der Einzelhandel ist sehr viel jünger und teilweise auch noch in der Aufbauphase. Für 2019 erwarten wir daher noch keine einschneidenden Veränderungen. Die Mieten in guten Lagen und Einkaufszentren sollten maximal stagnieren und es sollte keine beunruhigenden Leerstände geben. Man sollte jedoch aufmerksam ausländische Entwicklungen verfolgen.

Carlo Gradl, MAX Immo


Wohnimmobilien

Beim Wohnungsbau kommt es darauf an, wie viele Bauprojekte in diesem Jahr verkauft werden. Dem Markt hilft es eindeutig, wenn die Baugenehmigungen beschleunigt werden. Falls das Angebot an neuen Wohnungen ausreichend sein wird, könnten die Preise allmählich stagnieren. Aber auch andere Faktoren beeinflussen die Preise, beispielsweise die steigenden Baukosten, die Steuerbelastung der einzelnen Bauträger, aber auch die steigenden Grundstückspreise für Neubauten. Für einige anspruchsvollere Positionen oder Arbeiten ist es schwierig, genügend qualifizierte Arbeitskräfte zu finden. Dem Bauwesen würden von daher eine größere Offenheit und Flexibilität helfen, um neue Arbeitskräfte bekommen zu können. Die Nachfrage nach neuen Wohnungen ist weiterhin hoch. Zum Beispiel bleiben Prag oder andere größere Städte in Tschechien für Immobilieninteressenten sicherlich auch in Zukunft attraktiv.

Marcel Soural, Trigema


Bildquelle: Pixabay

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