Neues Infrastrukturprojekt „Elbe-Staustufe“ – Chance auch für deutsche Unternehmen
Tschechien will mehr Güter auf der Elbe transportieren und besseren Anschluss an die Seehäfen bekommen. Die tschechische Regierung treibt daher den Bau einer Staustufe bei Děčín voran. Ab 2029 soll das wichtige Infrastrukturprojekt umgesetzt werden, die Inbetriebnahme ist für 2033 vorgesehen. Ziel ist es, den Strom an 345 Tagen im Jahr schiffbar zu machen. Dafür soll ein Engpass bei Děčín, kurz vor der Grenze zu Sachsen, beseitigt werden. Die Investitionskosten schätzt die Regierung dabei auf 250 bis 330 Millionen Euro – deutsche Unternehmen könnten profitieren.
Geplante Maßnahmen rund um die Staustufe
• 200 m lange und 24 m breite Schleusenkammer
• bewegliches Wehr mit drei Feldern und einer durchschnittlichen Fallhöhe von 4 Metern
• Wasserkraftwerk mit zwei Turbinen (7,9 MW Leistung, geplante Jahresproduktion 47 GWh)
• Fischaufstiegsanlagen am rechten und linken Ufer
• Steinbuhnen auf 6,1 km Länge ober- und unterhalb des Wehres
• ergänzende Revitalisierungsmaßnahmen an den Ufern – Renaturierung von Flusslandschaften & Anlage von Feuchtgebieten und Altarmen
• neue öffentliche Hafeninfrastruktur und Radwege
• Gewässermonitoring und Biodiversitätsmanagement
Quelle: Wasserwirtschaftsbetrieb Povodí Labe

Chancen für Unternehmen & Investoren – welche Produkte werden gebraucht?
• Ausrüstungen für die Schleusenanlage und das Wasserkraftwerk
• Stahlwasserbau- und Wehrtechnik
• Hydraulik-, Antriebs- und Steuerungssysteme
• Netzanschluss- und Schaltanlagen
• Wasserstands- und Umweltmonitoring
• Versorgungsleitungen
• Ufersicherungsmaßnahmen und Buhnenbau
• Hafen- und Logistikinfrastruktur
• Wartungs- und Serviceleistungen
Fazit
Besonders für deutsche Unternehmen ergeben sich Chancen für Aufträge im Bereich Wasserbau, Energieanlagen und Verkehrsinfrastruktur. Außerdem verbessert die Staustufe die logistischen Rahmenbedingungen für den Handel mit Tschechien und schafft neue Geschäftsmöglichkeiten bei Umwelttechnik, Energiewirtschaft und Tourismus.

