DTIHK-Gehaltsbenchmark 2026
Die Gehälter steigen auch in diesem Jahr weiter – allerdings langsamer als in den Vorjahren. Trotz leicht steigender Arbeitslosigkeit bleibt der Arbeitsmarkt angespannt und der Druck auf Gehaltserhöhungen hält an. Die aktuellen Ergebnisse des DTIHK-Gehaltsbenchmarks zeigen: Unternehmen planen Gehaltssteigerungen von durchschnittlich 4,1 % für gewerbliche und 3,8 % für nicht-gewerbliche Mitarbeiter. Gleichzeitig rücken attraktive Zusatzleistungen, flexible Arbeitszeitmodelle und ein offenes, modernes Arbeitsumfeld immer stärker in den Fokus der Personalpolitik. Nicht zuletzt bleibt die Fluktuationsrate bei gewerblichen Mitarbeitern mit etwa 13 % ein dringendes Thema.
Eine Anhebung von 3 % oder mehr plant in diesem Jahr die Mehrheit der befragten Unternehmen, wobei die Anpassungen meist im Bereich von 3-5 % liegen. Die stärksten Zuwächse sind in Süd- und Westböhmen zu erwarten – durchschnittlich 4,5 % bei gewerblichen und 4,2 % bei nicht-gewerblichen Mitarbeitern. Am geringsten fallen die Erhöhungen für gewerbliche Mitarbeiter in Prag und Mittelböhmen (3,4 %) sowie für nicht-gewerbliche in Nord- und Ostböhmen (3,5 %) aus. Für das kommende Jahr wird insgesamt ein moderater Anstieg von durchschnittlich knapp 4 % prognostiziert.

Neben dem reinen Gehalt gewinnen Benefits zunehmend an Bedeutung. Ein breit gefächertes Angebot an Zusatzleistungen verschafft Unternehmen einen klaren Wettbewerbsvorteil. Finanzielle Zusatzleistungen wie Essenszuschüsse, Prämien, Boni oder Zuschüsse zur betrieblichen Altersvorsorge zählen zu den beliebtesten Angeboten. Großer Beliebtheit erfreuen sich zudem Firmenveranstaltungen für Mitarbeiter, gleichzeitig verzeichnen Unternehmen einen Anstieg bei Benefits, die Motivation und Zufriedenheit fördern, etwa Zuschüsse zur Weiterbildung, Gesundheitspflege oder Sportangebote. Ebenfalls gefragt sind sogenannte Multi-Benefits-Plattformen, die es den Mitarbeitern ermöglichen, aus einem vielfältigen Benefit-Portfolio individuell das Passende auszuwählen. So können Mitarbeiter beispielsweise mit Benefit-Karten Lebensmittel oder Drogeriewaren zu hohen Rabatten einkaufen oder Vergünstigungen in Fitnessstudios, SPA-Salons, ausgewählten Restaurants und ähnlichen Angeboten nutzen. Klassische Sonderzahlungen wie Urlaubsgeld, das 13. Gehalt oder Beiträge zur Lebensversicherung verlieren an Attraktivität.
Benefits

Flexibilität am Arbeitsplatz spielt ebenfalls eine zentrale Rolle. Laut Umfrage bieten 83 % der Unternehmen ihren nicht-gewerblichen Mitarbeitern flexible Arbeitszeiten an. Etwa ein Viertel der Unternehmen nutzt Zeitkonten, um die Arbeitszeit effizienter zu verwalten und die Produktionsplanung zu optimieren. Home-Office wird in unterschiedlichem Ausmaß von 81 % der Unternehmen angeboten, auch wenn nur 16 % der befragten Unternehmen die damit verbundenen Kosten übernehmen. Dieses Arbeitsmodell gilt als weiterer Benefit – genauso wie Sick Days, die mittlerweile in etwa einem Viertel der Unternehmen Standard sind und meist in einem Umfang von drei Tagen gewährt werden.
Ein anhaltendes Problem bleibt jedoch die hohe Fluktuationsrate bei gewerblichen Mitarbeitern, die aktuell bei rund 13 % liegt – in Nord- und Ostböhmen sogar bei 16 %. Bei nicht-gewerblichen Mitarbeitern bewegt sich die durchschnittliche Fluktuation um die 6 %. Als Hauptgründe für einen Jobwechsel werden höhere Gehaltsangebote, eine bessere Erreichbarkeit des Arbeitsplatzes, mehr Flexibilität und ein hochwertiges Arbeitsumfeld genannt.
Die Umfrageergebnisse bieten somit einen umfassenden Einblick in das Gehaltsgefüge der gesamten Tschechischen Republik sowie in regionale Besonderheiten. Der Gehaltsbenchmark umfasst Angaben zu 82 Positionen, vor allem im verarbeitenden Gewerbe und in unternehmensnahen Dienstleistungen wie Verwaltung, IT, Finanzen, Einkauf, Personalwesen und Logistik. Neben den Gehaltszahlen und geplanten Erhöhungen liefert die Studie detaillierte Informationen zu Zuschlägen, Prämien- und Benefitangeboten sowie zu Fluktuations- und Krankheitsraten. An der Datenerhebung im Oktober und November 2025 nahmen insgesamt 103 Unternehmen teil.
