Energieeffizienz in Tschechien

Was ist die effizienteste und ökologischste Kilowattstunde? Diejenige, die erst gar nicht produziert werden muss.


Energieeffizienz gehört nicht nur zu den fünf Dimensionen der Energieunion für die Jahre 2021 bis 2030, sondern spielt auch eine wesentliche Rolle im sog. Klima- und Energiepaket 2020 und für den europäischen Klima- und Energierahmen bis 2030. Die Rechtsvorschriften sollen dabei helfen, die Zielvorgaben der Europäischen Union für Energie und Klimaschutz zu erreichen. Mithilfe der Energieeffizienz-Richtlinie 2012/27/EU (Artikel 3) legt jeder Mitgliedsstaat einen indikativen nationalen Beitrag fest. Dabei müssen die Mitgliedsstaaten jedoch gewisse Mindestanforderungen erfüllen und die Energieeffizienz bis 2020 um 20 Prozent und bis 2030 um 32,5 Prozent steigern. Wie werden diese Ziele der Energieeffizienz auf Tschechien übertragen?

Beim Endverbrauch will Tschechiens Regierung bis zum Jahr 2020 insgesamt 47,94 Petajoule (13,29 TWh) und bis 2030 sogar 84 Petajoule an Energie einsparen. Um diese Ziele zu erreichen, wurden mehrere Instrumente geschaffen: etwa der Nationale Aktionsplan für Energieeffizienz, das über europäische Fonds finanzierte Operationsprogramm für Umwelt (OP ŽP), das Operationsprogramm für Unternehmen, Innovationen und Wettbewerbsfähigkeit (OP PIK) oder auch das Integrierte Regionale Operationsprogramm (IROP). Auf nationaler Ebene helfen Programme wie PANEL 2013+ oder EFEKT 2.

Eine wichtige Initiative ist „New Green Savings“ („Nová zelená úsporám“). Über das Programm des Umweltministeriums werden bis zum Jahr 2024 etwa 18 Milliarden Kronen verteilt, um die Energieeffizienz von Gebäuden in Tschechien zu steigern. Dadurch können Einnahmen aus dem Emissionshandel synergetisch genutzt und andere Ziele erreicht werden – etwa auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien, der Dekarbonisierung, der Energiesicherheit, der Anpassung an den Klimawandel oder auch im Rahmen einer ökonomischen Stimulierung, und das mit einem erheblichen sozialen Mehrwert.

Text: Pavel Zámyslický – Direktor im Fachbereich „Energiewirtschaft und Klimaschutz“ des Tschechischen Umweltministeriums

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